Ärzte Zeitung online, 10.12.2009

Facebook verbessert Kontrolle über Privatsphäre

SAN FRANCISCO (dpa). Das weltweit größte Online-Netzwerk Facebook will seinen Nutzern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre geben. Mitglieder können künftig bei der Veröffentlichung von Inhalten wie Fotos, eigenen Kommentaren (Statusmeldungen) oder Links jedes Mal festlegen, wer diese auf der Internet-Plattform sehen darf.

Außerdem vereinfacht das Unternehmen aus San Francisco die Einstellungen zum Datenschutz und fordert in den nächsten Tagen alle 350 Millionen Mitglieder auf, diese zu überprüfen.

"Wir wollen gegenüber unseren Nutzern transparent sein", sagte Facebook-Manager Richard Allan der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch. Damit setze das Unternehmen bei der Benutzerkontrolle einen "neuen Standard". Facebook war wegen seiner Datenschutzpolitik in den vergangenen Monaten mehrfach in die Kritik geraten. Im August hatte zum Beispiel die kanadische Datenschutz-Beauftragte Jennifer Stoddart bemängelt, dass die Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten "oft verwirrend und unvollständig" seien.

Bislang konnten Nutzer kaum einteilen, wer ihre Kommentare, Fotos oder Statusmeldungen sehen darf. Nun gibt es zum einen Standardeinstellungen, die zwischen eigenen Kontakten, Freunden der Freunde sowie dem gesamten Netzwerk unterscheiden. Zum anderen können Mitglieder die Freigabe auf bestimmte Gruppen zuschneiden und etwa Urlaubsfotos den Arbeitskollegen vorenthalten. Die Differenzierung erfolgt über Listen, in die man seine Kontakte einteilt. Regionale Netzwerke - etwa für einzelne Länder - werden abgeschafft.

Minderjährige wolle man besonders schützen. Inhalte von Nutzern unter 18 Jahren seien nur für deren Kontakte und deren Freunde sowie Klassenkameraden sichtbar.

Mit der Überarbeitung Einstellungen reagiert Facebook auf Klagen von Datenschützern und Nutzern. Künftig sind alle Optionen übersichtlich auf einer Seite zusammengefasst. Dies gilt auch für Zusatzprogramme von Drittanbietern, beispielsweise Spiele. In den vergangenen Monaten war es zu Beschwerden über die Weitergabe von persönlichen Daten an andere Unternehmen gekommen. Alle Nutzer werden in den nächsten Tagen über eine Nachricht aufgefordert, ihre eigenen Einstellungen zu überprüfen.

Facebook ist mit mehr als 350 Millionen Mitgliedern das weltweit größte Online-Netzwerk. In Deutschland sind laut Marktforschern rund 6,2 Millionen Menschen registriert. Nutzer können sich auf der Plattform ein Profil anlegen, mit Freunden in Kontakt treten und Inhalte wie Fotos, Videos oder Links teilen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum heutigen Welt-Diabetestag zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »