Ärzte Zeitung online, 11.12.2009

Freiheitsberaubung entpuppt sich als Sex-Spiel

WUPPERTAL (dpa). Eine vermeintliche Freiheitsberaubung hat sich in Wuppertal vor Gericht als ausgedehntes Liebesspiel entpuppt. Ein 53-jähriger Mann hatte seine 34-jährige Ex-Freundin bezichtigt, ihn mit schweren Ketten in einem Pferdestall gefesselt, geknebelt und hilflos zurückgelassen zu haben, um in seiner Wohnung 25 Euro zu stehlen.

Die 34-jährige Angeklagte konnte am Donnerstag vor dem Amtsgericht aber E-Mails vorweisen, in denen sich das angebliche Opfer kurz vor der "Tat" eine ausgedehnte Langzeitfesselung wünschte.

Sie habe mit dem fast 20 Jahre älteren Mann lange Zeit eine sado-masochistische Beziehung geführt, in der sie die Rolle der "Herrin" und er die des "Sklaven" eingenommen habe, erklärte die Frau. Die Aktion im Pferdestall habe sich der 53-Jährige gewünscht.

Wie die komplizierte Fesselung gegen seinen Willen geschehen konnte, konnte das "Opfer" dann nicht erklären. Als der Mann sich bei der Schilderung seiner Selbstbefreiung in Widersprüche verstrickte, riss der Richterin der Geduldsfaden: "Wir sind von den Märchen des Zeugen nicht angetan. Wir glauben ihm kein Wort", unterbrach sie den Mann und stellte das Verfahren gegen die 34-Jährige kurzerhand ein.

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