Ärzte Zeitung online, 14.12.2009

Nach Attacke: Berlusconi verbringt Nacht im Krankenhaus

MAILAND (dpa). Der nach einem tätlichen Angriff bei einer Wahlveranstaltung in Mailand im Gesicht verletzte italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat die Nacht im Krankenhaus verbracht. Berlusconi müsse für mindestens 24 Stunden unter Beobachtung bleiben, hatten Ärzte des Mailänder San-Raffaele-Krankenhauses nach der Tat am Sonntagabend mitgeteilt.

Ein vermutlich psychisch kranker Mann hatte Berlusconi einen schweren Gegenstand - offensichtlich ein Souvenirmodell des Mailänder Doms - ins Gesicht geworfen. Dabei wurde das Nasenbein des 73-Jährigen angebrochen und zwei seiner Zähne beschädigt. Außerdem erlitt er eine stark blutende Wunde an der Lippe.

Der 42-jährige mutmaßliche Täter wurde unmittelbar nach der Tat überwältigt und festgenommen. Der Mann aus Mailand sei bisher lediglich durch Verkehrsvergehen aufgefallen, teilten die Behörden nach seiner Vernehmung mit. Allerdings soll er wegen psychologischer Probleme seit zehn Jahren in Behandlung sein.

Nach der Tat mitten im Zentrum von Mailand wurde der stark blutende Ministerpräsident von Personenschützern in einem Auto in Sicherheit gebracht und in die Klinik gefahren. Im Krankenhaus angekommen, versprühte er bereits wieder seinen bekannten Optimismus: "Mir geht es gut, mir geht es gut", sagte Berlusconi, als er von der Notaufnahme auf sein Krankenhauszimmer gebracht wurde. Vorsichtshalber sei auch eine Computertomografie gemacht worden, teilten die Ärzte mit.

Der wegen seiner Politik und privater Affären heftig umstrittene Ministerpräsident war in Mailand, um eine Mobilisierungskampagne seiner Partei Pdl (Volk der Freiheit) für die Regionalwahlen im März anzuführen. Bei öffentlichen Auftritten des Ministerpräsidenten gab es schon häufiger Protestaktionen.

Vertreter des regierenden konservativen Lagers machten ein "Klima der Konfrontation und des Hasses" gegen Berlusconi für den Vorfall verantwortlich. Umberto Bossi von der Lega Nord sprach von einem "terroristischen Akt". Auch die linke Opposition verurteilte die Gewalt gegen den Regierungschef.

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