Ärzte Zeitung online, 17.12.2009

Junge mit Nadeln möglicherweise Ritualopfer

SãO PAULO (dpa). Ein zweijähriger brasilianischer Junge, in dessen Köper mehr als 40 Nadeln gefunden wurden, ist möglicherweise Opfer eines Rituals der Schwarzen Magie geworden.

Die Polizei im Bundesstaat Bahia nahm am Mittwochabend (Ortszeit) den Stiefvater des Kindes fest, der nach gleichlautenden Berichten mehrerer Medien bereits gestand und die Verantwortung für die Tat übernahm. Nach Angaben der Polizei halfen ihm zwei Frauen bei dem Verbrechen, von denen eine in Verbindung mit einer religiösen Sekte stehen soll.

Der Junge war am Sonntag in ein Krankenhaus gebracht worden, wo die Ärzte nach neuen Angaben auf Röntgenaufnahmen bislang 42 mehrere Zentimeter lange Nadeln im Körper des Kindes entdeckten. Zunächst war von rund 50 metallischen Gegenständen die Rede gewesen. Mindestens eine der Nadeln steckt in der Lunge, eine andere in der Leber. Der Gesundheitszustand des Kindes ist nach Angaben der Mediziner stabil, aber ernst. Über das genaue Tatmotiv gab es zunächst keine weitere Angaben.

Der Stiefvater wurde am Dienstag in Ibotirama, rund 650 Kilometer von Salvador, der Regionalhauptstadt des Bundesstaates Bahia, festgenommen. Er sagte nach Medienberichten aus, dass er den Jungen vor allem am Wochenende in das Haus einer Frau mitgenommen habe. Sie soll Rituale der schwarzen Magie praktizieren und die Nadeln in den Körper des Jungen gestochen haben. Auch sie wurde festgenommen und sollte verhört werden. Auch die Polizei, die wegen Mordversuches ermittelt, geht von einem rituellen Hintergrund aus.

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