Ärzte Zeitung online, 28.12.2009

Höhlenforscher aus Grotte gerettet - Geburtstag im Berg

PARIS (dpa). Glückliches Ende eines Dramas in den Pyrenäen: Nach tagelanger Todesangst in 700 Metern Tiefe sind drei Höhlenforscher am Sonntag wieder heil und gesund aus der Grotte von Romy gestiegen. "Sie sind müde, aber nicht erschöpft", sagte der Leiter des Bergungsteams, Eric Soupra.

"I am very happy", das war alles, was der Grieche Gregories Anastasopoulos nach seiner Rettung zunächst vor der französischen Presse herausbrachte. Anastasopoulos hatte seinen 31. Geburtstag im Berg verbracht. Der Hydrogeologe Damien Butaeye (37) erklärte: "Wir wussten, dass man uns holen würde, und dass das mehrere Tage dauert."

Sieben sogenannte Speläologen hatten die Grotte im Bergmassiv La Pierre Saint-Martin über Weihnachten kartografieren wollen. Doch sie hatten nicht mit der Schneeschmelze gerechnet. Am Mittwoch schwoll ein unterirdischer Fluss an und schnitt drei von ihnen in 700 Metern Tiefe den Rückweg ab. Ihre vier Kollegen befanden sich in einem Biwak in 450 Metern Tiefe und konnten Alarm geben.

Jetzt begann ein dramatisches Wettrennen mit der Zeit. Bis zu 36 Helfer waren vor Ort, davon 18 unter Tage. Am ersten Weihnachtstag scheiterte ein Versuch, die Eingeschlossenen über einen Felsspalt zu bergen, weil Wasser den Spalt überflutete. Die Rettungskräfte mobilisierten daher Taucher der Spéléo Secours Français für einen neuen Versuch. Das Bergungsteam führte Nahrungsmittel sowie Sprengstoff mit, um den Weg zu den Eingeschlossenen freizusprengen.

Am Ende brachte das Wetter die Rettung. Der unterirdische Fluss verlor an Gewalt und die Eingeschlossenen konnten ihn aus eigener Kraft überwinden. "Ein wahres Wunder der Natur", jubelte Soupra. Sie kletterten den Rettern direkt in die Arme, die ihnen bis zum Biwak weiterhalfen. Dort sammelten die Höhlenforscher in 450 Metern Tiefe neue Kräfte, bevor sie um vier Uhr morgens zum sieben Stunden langen Aufstieg in die verschneite Bergwelt aufbrachen.

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