Ärzte Zeitung online, 29.12.2009

Rettungsstellenchefarzt: Oft bleibende Schäden durch Feuerwerksverletzungen

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Gefährliches Vergnügen: Die Folgen von Verletzungen mit Silvesterknallern bleiben nicht selten ein Leben lang.

Foto: Michael Kempf©www.fotolia.de

BERLIN (maw). Feuerwerks-Verletzte in Berlin erlitten zum Jahreswechsel 2008/2009 am häufigsten Verbrennungen (37 Prozent) oder ein Knalltrauma (28 Prozent). Das ergibt eine Erhebung des Klinikkonzerns Vivantes.

Wer sich an Silvester mit Feuerwerkskörpern verletzt, leidet nicht selten ein Leben lang an den Folgen. Davor warnt der Vivantes-Sprecher Rettungsstellenchefärzte, Peter-Michael Albers: "Zu jedem Jahreswechsel behandeln unsere neun Rettungsstellen Patienten mit irreparablen Augen und Ohrenverletzungen durch Unfälle mit Feuerwerk. Einige von ihnen verlieren sogar ihr Augenlicht oder ihr Hörvermögen ganz."

Vivantes behandelt etwa jeden dritten Krankenhauspatienten in Berlin. Bereits zum dritten Mal füllten Rettungsstellenärzte von Vivantes in den neun Rettungsstellen des Klinikkonzerns zu Silvester 2008/2009 bei der Behandlung von pyrotechnischen Verletzungen anonyme Fragebögen aus.

Im Ergebnis war jeder 20. an Silvester 2008/2009 durch Böller Verwundete schwer verletzt (fünf Prozent). In 40 Prozent der Fälle war der Kopf betroffen, in 33 Prozent die Hände. Männer wurden häufiger durch Knallkörper, Raketen und Co. verletzt als Frauen: Ihr Anteil an den Feuerwerks-Patienten betrug 80 Prozent. Nur 13 Prozent der Frauen verschuldeten ihre Silvester-Verletzungen selbst. Bei den Männern waren es jeder dritte. Die meisten Patienten wurden durch andere mit Pyrotechnik verletzt.

Die absolute Zahl der Behandelten mit Feuerwerksverletzungen sei bei Vivantes leicht zurückgegangen: von 98 zum Jahreswechsel auf 2008 auf 82 zum Jahreswechsel auf 2009. Das spreche dafür, dass auch insgesamt in Berlin weniger Silvester-Verletzte gab.

Für Silvester 2009/2010 wird Vivantes zusätzliches Personal in den Rettungsstellen bereitstellen.

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