Ärzte Zeitung, 12.01.2010

Frühchen legen bei Mozart-Melodien an Gewicht zu

Musik von Mozart lässt Frühchen ruhiger werden und schneller an Gewicht zunehmen. Schon bei 30 Minuten Musik am Tag entsteht dieser Effekt, haben Forscher aus Tel Aviv festgestellt.

Von Ursula Armstrong

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Mozart hilft beim Zunehmen und Wachsen. © Fanfo / fotolia.de

TEL AVIV. "Die kleine Nachtmusik" lässt nicht nur Kühe mehr Milch geben - diese und andere eingängige Melodien vom Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart haben auch einen erstaunlichen Effekt auf Frühchen. Dr. Dror Mandel und Dr. Ronit Lubetzky vom Medical Center der
Universität Tel Aviv ließen Frühchen eine halbe Stunde pro Tag der Musik von Mozart lauschen, berichten die "American Friends of Tel Aviv University" im Internet. Nach den Mozart-Sessions maßen die Mediziner den Energieumsatz der Babys und verglichen diese Ergebnisse mit Messungen in Ruhe. Es zeigte sich, dass die Musik den Energieumsatz senkte.

Ein hocherwünschter Effekt, denn je niedriger der Energieumsatz, desto schneller nehmen Frühchen zu und desto stärker werden sie. Und umso früher können sie nach Hause zu ihren Eltern.

Die israelischen Forscher können diese Ergebnisse nicht erklären. Mandel vermutet aber, dass die Mozart'sche Musik die Organisationszentren im Kortex stimulieren könnte. "Anders als Beethoven, Bach oder Bartok hat Mozart Melodien komponiert, die stark repetitiv sind. Das könnte die musikalische Erklärung sein. Für eine wissenschaftliche Erklärung sind mehr Studien nötig", so Mandel.

In Israel soll nun auch der Effekt von anderer Musik auf die Entwicklung von Frühchen untersucht werden. So könnte Rap-Musik zum Beispiel eventuell Ähnliches bewirken wie die Mozart-Melodien. Denn auch der Rap sei stark repetitiv, ähnlich den Kompositionen Mozarts.

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