Ärzte Zeitung online, 18.01.2010

26 Patienten in Kuba an Unterkühlung gestorben

HAVANNA (dpa). Im sozialistischen Kuba sind 26 Patienten einer psychiatrischen Klinik in der Hauptstadt Havanna an Unterkühlung, mangelnder Ernährung und Vernachlässigung gestorben. Die Regierung bestätigte die Todesfälle in einer am Freitag (Ortszeit) im Fernsehen verlesenen Mitteilung.

In der Erklärung des Gesundheitsministeriums wurde auf die für Kuba ungewöhnlich niedrigen Temperaturen von weit unter zehn Grad verwiesen. Zugleich wurden strafrechtliche Konsequenzen für die Schuldigen angekündigt.

   Zwar hätten die Patienten an Vorerkrankungen und altersbedingten Gebrechen gelitten, aber es seien auch "mehrere Mängel in Form unterlassener Gegenmaßnahmen" festgestellt worden. "Die Hauptverantwortlichen für diese Vorkommnisse werden vor den entsprechenden Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden", hieß es in der Mitteilung des Ministeriums weiter.

   Über den Tod der Patienten am vergangenen Montag und Dienstag hatte am Donnerstag erstmals eine Oppositionsgruppe berichtet. Der Sprecher der Gruppe, Elizardo Sánchez, warf dem Pflegepersonal vor, sie hätten die Patienten ohne warme Kleidung und Decken gelassen und sie nicht ausreichend mit Essen versorgt. Die Gruppe sei besorgt über die sich mehrenden Anzeichen des Niedergangs des nationalen Gesundheitssystems, fügte Sánchez hinzu.

   Die Regierung bestreitet Mängel bei der Gesundheitsversorgung nicht grundsätzlich, macht dafür aber das seit einem halben Jahrhundert bestehende US-Embargo gegen die Insel verantwortlich.

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