Ärzte Zeitung online, 18.01.2010

Notfall-Routenplaner für Haiti im Internet abrufbar

HEIDELBERG (eb). Geoinformatiker der Universität Heidelberg einen Notfall-Routenplaner ins Internet gestellt. Besonders Hilfskräfte können damit online die schnellste Wegstrecke unter Berücksichtigung zerstörter Straßen und Gebiete ermitteln. Die Daten werden stündlich aktualisiert.

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Nach dem schweren Erdbeben in Haiti sind viele Straßen unpassierbar. © dpa - Bildfunk

Die Arbeitsgruppe von Professor Alexander Zipf hat diesen Dienst innerhalb von zwei Tagen nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti realisiert. Das Logistic Cluster der Vereinten Nationen (UN) nutzte den Dienst von Anfang an.

Besonders Hilfskräfte können mit dem Dienst online die schnellste Wegstrecke unter Berücksichtigung zerstörter Straßen und Gebiete ermitteln.

Der Notfall-Routenplaner basiert auf dem OpenRouteService der Hei­delberger Arbeitsgruppe und nutzt die freien Geodaten der Wiki-Weltkarte OpenStreetMap (OSM). Direkt nach dem Erdbeben auf Haiti haben Freiwillige weltweit begonnen, die OSM-Datenbasis durch das Abdigitalisieren von freien Luftbildern zu aktualisieren.

Auch Studierende des Geographischen Instituts der Universität Heidelberg helfen beim Editieren von Daten mit. Die Arbeitsgruppe v um Zipf hatte die UN-Einsatzkräfte bereits im Jahr 2008 bei der durch Hurrikan Ike verursachten Katastrophe auf Haiti durch einen ähnlichen Dienst unterstützt.

Der Routing-Dienst kann unter http://openls.geog.uni-heidelberg.de/osm-haiti abgerufen werden. Die Daten werden stündlich aktualisiert.

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