Ärzte Zeitung online, 19.01.2010

Studie: Armutsrisiko in Berlin am höchsten

GÜTERSLOH (dpa). In Berlin ist das Armutsrisiko so hoch wie sonst nirgends in Deutschland. Am niedrigsten ist es dagegen in Bayern und Baden-Württemberg. Das ergibt ein Bundesländer-Vergleich der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung, der am Montag veröffentlicht wurde.

Der Aufholprozess in den neuen Ländern geht demnach nur sehr schleppend voran. Die Stiftung analysierte für ihre Studie "Die Bundesländer im Standortwettbewerb 2010" den Zeitraum zwischen 2006 und 2008.

In den beiden süddeutschen Bundesländern waren durchschnittlich nur etwas mehr als 50 von 1000 Einwohnern auf Unterstützung vom Staat angewiesen. In der Bundeshauptstadt erhielten dagegen knapp 200 von 1000 Bürgern staatliche Leistungen - das sind 20 Prozent. Das letzte Drittel der Länder führen Sachsen und Brandenburg mit jeweils 14 Prozent an. Dahinter folgen Sachsen-Anhalt, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 17 Prozent vor Schlusslicht Berlin.

Eine Ursache für den großen Unterschied zwischen West und Ost ist nach Ansicht der Stiftung, dass es in den neuen Ländern deutlich mehr allein erziehende junge Mütter und Väter gibt. Hier müssen im Schnitt 35 Prozent der Eltern unter 20 Jahren ihre Kinder ohne Partner aufziehen. In den westdeutschen Flächenländern schwankt ihr Anteil zwischen knapp 17 Prozent in Baden-Württemberg und gut 22 Prozent im Saarland.

Die erfolgreichsten Länder im Bereich Beschäftigung sind Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg. Die fünf neuen Länder und Berlin liegen wie seit Jahren in der Schlussgruppe. Beim Einkommen, beurteilt nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und Wirtschaftswachstum, sind die beiden Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie Bayern und Baden-Württemberg an der Spitze. Am Ende der Rangliste befinden sich die ostdeutschen Länder (außer Sachsen-Anhalt) und Schleswig-Holstein.

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