Ärzte Zeitung online, 25.01.2010

Prozess wegen Alkohol-Tod von Schülern in Türkei

ISTANBUL (dpa). Die türkische Justiz stellt für den Tod von drei Lübecker Berufsschülern durch giftigen Alkohol insgesamt 13 Beschuldigte vor Gericht. Die Angeklagten müssen sich von Dienstag an in Antalya wegen Totschlags, versuchten Totschlags und Verstoßes gegen das Alkohol-Gesetz verantworten (wie berichtet).

Die Staatsanwalt verlange für die Schwarzhändler sowie führende Mitarbeiter eines Touristenhotels Strafen zwischen 5 und 20 Jahren, berichteten türkische Medien.

Die Schüler hatten Ende März vergangenen Jahres in dem Hotel "Anatolia Beach" in Kemer giftigen Methylalkohol in der Annahme getrunken, es sei Wodka. Die Lübecker Schüler, die in dem südtürkischen Badeort auf Klassenfahrt waren, hatten nach eigenen Angaben im Hotel Schnaps für eine private Party gekauft.

Ein 21-Jähriger starb noch im Hotel an einer Methanolvergiftung, ein 17-Jähriger und ein 19-Jähriger fielen ins Koma und starben später in der Lübecker Uniklinik. Vier weitere Schüler erlitten leichtere Vergiftungen und überlebten.

Die Lübecker Staatsanwaltschaft hatte den Fall bereits im Sommer an die türkischen Behörden abgegeben. Die Ermittlungen gegen den Lehrer, der die Schüler auf der Reise begleitet hatte, wurden im Juli eingestellt. Es habe keine Hinweise auf unterlassene Hilfeleistung oder fahrlässige Tötung durch Unterlassen gegeben, hieß es.

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