Ärzte Zeitung online, 27.01.2010

Ausschussvorsitzende: Mehr Geld für Studium nötig

BERLIN (dpa). Die massiven Proteste der Studenten gegen unzumutbare Studienbedingungen müssen nach den Worten der Vorsitzenden des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD), Konsequenzen haben.

"Die Politik kann die Augen vor den offenkundig gewordenen Missständen in den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen nicht verschließen", sagte die SPD-Politikerin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der Bundestagsausschuss sucht heute (Mittwoch) bei einem "Kleinen Bildungsgipfel" das Gespräch mit Studenten und namhaften Vertretern der Hochschulen und der Wissenschaft. Unter anderem werden die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, sowie der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Peter Strohschneider, dabei sein.

Die Ausschussvorsitzende sagte, "die dramatische Unterfinanzierung" der Hochschulen müsse ein Ende haben." Die anstehenden Haushaltsberatungen würden zeigen, ob es der Bund mit seiner groß angekündigten Bildungsoffensive tatsächlich ernst meine. Bisher seien im schwarz-gelben Haushaltsentwurf für das Bundesbildungsministerium nur 6,9 Prozent mehr Geld vorgesehen - während der Bundesetat insgesamt um 7,3 Prozent steige. Nach den Worten von Burchardt müssen für Bildung und Forschung jedes Jahr insgesamt zehn Milliarden Euro mehr ausgegeben werden.

Aber auch die Hochschulen seien bei der Studienreform mehr gefordert, sagte Burchardt weiter. Statt die Studieninhalte zu überarbeiten sei bei den kürzeren Bachelor-Studiengängen "zu häufig bloß alter Wein in neue Schläuche geschüttet worden."

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