Ärzte Zeitung online, 28.01.2010

Bakterien produzieren Biosprit

LONDON/EMERYVILLE (dpa). US-Forscher haben Biosprit mithilfe neuer gentechnisch veränderter Bakterien hergestellt. Das im Labor erprobte Verfahren könnte auch für die kommerzielle Produktion interessant werden.

Als Ausgangsmaterial benötigen die Mikroorganismen lediglich Traubenzucker oder den pflanzlichen Gerüstbaustoff Xylan, der aus vielen Zuckerteilchen aufgebaut ist. Die Ausbeute sei zufriedenstellend, berichten die Wissenschaftler vom kalifornischen Joint Bioenergy Institute im Fachmagazin "Nature" (Bd. 463, S. 559).

Eric Steen, Yisheng Kang und ihre Kollegen veränderten den Stoffwechsel des Darmbakteriums Escherichia coli mehrfach gentechnisch. Fette, die das Bakterium normalerweise speichert, wurden daraufhin mit selbst hergestelltem Alkohol zu Fettsäuremethylester, also Biodiesel, verknüpft.

Mit Traubenzucker als Bakterienfutter funktionierte das Verfahren besonders gut. Die gentechnisch veränderten Mikroorganismen konnten aber auch den pflanzlichen Baustoff Xylan zu einzelnen Zuckermolekülen spalten und diesen verstoffwechseln. Das ermögliche eine besonders kostengünstige Produktion von Biodiesel aus pflanzlicher Biomasse, schreiben die Wissenschaftler.

Biodiesel wird bisher aus Pflanzenölen wie Rapsöl hergestellt. Der Anbau dieser Pflanzen verbraucht allerdings Ackerfläche. Dieser Sprit steht daher bislang in direkter Konkurrenz zu Lebensmittelpflanzen wie Getreide. Die Forscher sehen in dem neuen Verfahren deshalb eine gute Alternative.

Das Joint Bioenergy Institute wird vom Energieministerium der Vereinigten Staaten von Amerika finanziert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »

Die Therapiekünste eines Kung-Fu-Meisters

Ein Kampfsportler stößt mit seinem Gesundheitskonzept bei Medizinern auf Interesse. Ein Arzt ist sogar geneigt, von einem Wunder nach der Therapie durch Chu Tan Cuong zu sprechen. mehr »