Ärzte Zeitung online, 05.02.2010

Weltweit erster Shopping-Roboter im Einsatz

ILMENAU (eb). Eine Forschergruppe aus Wissenschaftlern und Entwicklern erhält für den ersten praxistauglichen, interaktiven Shopping-Roboters den mit 15 000 Euro dotierten Thüringer Forschungspreis. Er wurde in enger Zusammenarbeit mit der Handelskette toomBaumarkt realisiert und ist bereits in mehreren deutschen Baumärkten in Langzeittests erfolgreich im Einsatz.

Weltweit erster Shopping-Roboter im Einsatz

Professor Horst-Michael Groß erklärt vor Ort die Funktion des Shopping-Roboters. © TU Ilmenau

Der Roboter mit Namen TOOMAS spricht im Baumarkt Kunden an, unterstützt sie bei der Artikelsuche und geleitet sie völlig autonom zum gewünschten Produkt. In seinem "Gehirn" sind die Daten aller Artikel und deren Standorte gespeichert. Und er verfügt über kognitive Fähigkeiten wie zeitliche und räumliche Orientierung, Erkennen, Erinnern oder Planen. Nur so ist es ihm möglich, in den sehr ähnlichen Gängen, der häufigen Änderung der Umgebungsbedingungen, den unterschiedlichsten Kundenströmen und einer enormen Produktpalette zurechtzukommen.

Die Wissenschaftler der TU Ilmenau um Professor Horst-Michael Groß und der Firma MetraLabs GmbH haben hierfür neuartige Technologien zur robusten autonomen Roboternavigation in solch komplexen Einsatzumgebungen entwickelt.

Ebenfalls realisierten sie neue Verfahren für die robuste Mensch-Roboter-Interaktion und für die aktive Kontaktaufnahme mit dem potenziellen Kunden oder zum Halten des Kontaktes während der Lotsenfahrt. Die Forschungsergebnisse flossen in das Design, die Konstruktion und Fertigung des Shopping-Roboters einschließlich der Entwicklung der Antriebssteuerung und einer intelligenten Interaktionssoftware für die Artikelsuche ein.

Seit Mitte der 1990er Jahre forschen die Wissenschaftler auf dem Gebiet der Assistenzrobotik. Insgesamt sind weltweit mehr als 40 in Ilmenau entwickelte Roboter im praktischen Einsatz.

Der Preis wird am 11. Februar 2010 in Jena vom Thüringer Bildungsminister Christoph Matschie übergeben.

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