Ärzte Zeitung online, 18.02.2010

Greenpeace: Mehrheit der Babymilchnahrung enthält Gentechnik

NÜRNBERG (dpa). Die Mehrheit der in Deutschland angebotenen Babymilchnahrung kommt nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace von Kühen, deren Futter gentechnisch verändert ist.

"Allerdings gibt es einen klar positiven Trend", so der Greenpeace-Agrarexperte Alexander Hissting auf der Leitmesse Biofach in Nürnberg. "Bis Ende 2010 sind etwa 25 Prozent der Babymilchnahrung gentechnikfrei." Dies habe eine Umfrage unter den Anbietern ergeben. Immer mehr Hersteller achteten inzwischen darauf, dass sie Milch von Kühen verwendeten, die kein Futter aus Gen-Pflanzen enthielten. "Die Verbraucher sind aber nicht gefährdet, wenn sie Milch trinken, die durch Futtermittel mit Gentechnik hergestellt wurden", so Hissting.

Um Eltern den Einkauf von Babymilchnahrung zu erleichtern, hat Greenpeace den Ratgeber "Milch für Kinder" herausgebracht. "Er soll Eltern dabei helfen herauszufinden, welche Unternehmen auf Gentechnik in Futtermittel verzichten", so Hissting. Für den Ratgeber, der auch Angaben zu Schul- und Trinkmilch auflistet, betrachtete Greenpeace 55 Hersteller. In die Bewertung floss auch ein, ob die Anbieter in naher Zukunft beabsichtigen, eine gentechnikfreie Fütterung anzustreben. "Verbraucher lehnen Gentechnik auf dem Acker und im Essen ab. Das gilt auch für Eltern, die für ihre Kinder Milchprodukte kaufen. Danach sollten sich alle Hersteller richten", forderte Hissting.

Ratgeber: "Milch für Kinder" von Greenpeace

Topics
Schlagworte
Panorama (30943)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »