Ärzte Zeitung, 24.02.2010

Kommentar

Eine schon bald vergessene Region?

Von Sunna Gieseke

Bei dem Erdbeben in Haiti vor etwa sechs Wochen sind Hunderttausende Menschen ums Leben gekommen. 700 000 Menschen haben auch mehr als einen Monat nach der Katastrophe keine adäquate Unterkunft: Im April steht die Regenzeit an und schon im August folgt die Hurrikan-Saison. Die Situation der Betroffenen ist also alles andere als entspannt, und dennoch hat das Medieninteresse für diese Notfall-Region bereits nachgelassen.

In den ersten Tagen nach einer solchen Katastrophe wird in der Presse meist täglich über das Ausmaß berichtet. Die Hilfsorganisationen sind auf die Medienberichte angewiesen. Denn nur, wenn die Menschen um das Schicksal der Betroffenen wissen, Spenden sie auch. Und diese Spenden sind wichtig, denn die Hilfe für die Opfer sollte nicht nur kurzfristig, sondern vor allem nachhaltig sein.

Aber lediglich an Gedenktagen haken Medienvertreter noch einmal nach, ob die Spendengelder sinnvoll eingesetzt wurden. Das erdbebenerschütterte Haiti ist dabei nur ein Beispiel von vielen. Einige Krisenregionen dieser Welt - wie zum Beispiel das afrikanische Land Lesotho - werden von der Presse noch nicht einmal mehr als solche wahrgenommen. Dementsprechend gering ist dann meist auch das Spendenaufkommen.

Lesen Sie dazu auch:
"Bilder, nicht Zahlen vermitteln das Grauen"

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