Ärzte Zeitung online, 25.02.2010

Ungleiche Zwillinge für Studie zum Down-Syndrom gesucht

SAARBRÜCKEN (eb). Wissenschaftler der Saar-Uni suchen für eine Studie Familien mit Zwillingen, von denen ein Geschwisterteil das Down-Syndrom hat und das andere nicht. Die Forscher wollen unter anderem herausfinden, wie die Geschwister sich gegenseitig beeinflussen.

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Zwillingspaar: Ein Kind hat eine Trisomie 21, das andere nicht. © Conny Wenk, aus: "Außergewöhnlich: Väterglück" (Paranus-Verlag 2008)

Wie reagiert die Gesellschaft auf Zwillinge, von denen ein Geschwisterteil das Down-Syndrom hat und das andere nicht? Wie beeinflussen sich die Zwillinge gegenseitig? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Professor Wolfram Henn und die Professorin Gisa Aschersleben von der Universität des Saarlandes. Für ihre Studie suchen sie Familien mit Zwillingen, von denen ein Geschwisterteil das Down-Syndrom hat.

Während der Studie erhalten die Familien Fragebögen, in denen ihnen unter anderem Fragen zur Schwangerschaft und zur Erziehung ihrer Kinder gestellt werden. Außerdem besuchen die Wissenschaftler die Familien für einen Tag. Die Forscher machen Videoaufnahmen und Intelligenztests mit den Kindern. Dabei wollen sie vor allem sehen, wie die Zwillinge miteinander umgehen. 

"Es besteht die optimistische Annahme, dass bei solchen Zwillingen die Kinder voneinander profitieren: Das behinderte Kind zieht Gewinn aus den kognitiven Fähigkeiten des gesunden Kindes. Das nicht-behinderte Kind lernt soziale und emotionale Kompetenz", sagt Aschersleben. In der Studie wollen die Wissenschaftler herausfinden, ob das wirklich stimmt. Außerdem erhoffen sie sich Aufschlüsse darüber, wie sich die Kinder entwickeln, ob die Eltern genügend Zeit für beide Kinder haben und wie die Gesellschaft auf das ungleiche Zwillingspaar reagiert.

Mithilfe der Ergebnisse wollen die Wissenschaftler Hilfsangebote für betroffene Familien entwickeln und sie kompetent beraten.

Die Forscher haben bereits 60 Familien in Deutschland und Österreich gefunden, die an der Studie teilnehmen. Die jüngsten Zwillinge sind im Säuglingsalter, die ältesten schon über 20 Jahre alt. Die Wissenschaftler suchen noch weitere Familien, die an der Studie teilnehmen möchten. Bis Ende März können sich Familien bei den Wissenschaftlern melden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Projekts

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