Ärzte Zeitung, 01.03.2010

Ein Verleger und ein Zeitungsmann

Gerald Kosaris verabschiedet sich von der "Ärzte Zeitung" / Ein Rückblick

NEU-ISENBURG (brs). Zum Jahreswechsel hat Gerald Kosaris (60) sein beratendes Engagement als Herausgeber der "Ärzte Zeitung" beendet und sich damit endgültig aus deren Diensten verabschiedet.

Ein Verleger und ein Zeitungsmann

Gerald Kosaris - über mehr als ein Vierteljahrhundert mit der "Ärzte Zeitung" verbunden. © mis

Von 1989 bis Ende 2005 lenkte der gelernte Journalist und studierte Volkswirt die Geschicke der Zeitung als Geschäftsführer der Ärzte Zeitung Verlagsgesellschaft. Dass ihn das Impressum des Blattes als Verleger nannte, verrät viel von seinem Selbstverständnis. Er sah sich nicht nur als einer, der mit hohem Anspruch an den wirtschaftlichen Erfolg die Geschäfte führt, sondern auch als Zeitungsmann, als Impulsgeber für die Redaktion eines Blattes, das er immer als "unique" in der Welt der Ärztefachmedien erkannte.

Kosaris war schon 1982 dabei. Er gehörte zur Truppe um den Gründer Klaus Rehnig, die sich zunächst gegen den Ruf verteidigen musste, etwas ganz Verwegenes im Schilde zu führen. Eine Tageszeitung für Ärzte, das hat es doch noch nie gegeben! Wer soll so viel lesen? Die Zeitung erscheint nunmehr im 29. Jahr und ist aus der Medienlandschaft nicht wegzudenken. Heute würden nach Leserbefragungen vier von fünf Ärzten die Zeitung vermissen oder sogar sehr vermissen, wenn es sie nicht mehr gäbe. Aber auch für alle Akteure in der Gesundheitspolitik ist die Zeitung zur Pflichtlektüre geworden. Daran hat Kosaris einen ganz wesentlichen Anteil.

Einige Highlights aus den aktiven Jahren als Verleger und Geschäftsführer: Nach dem Mauerfall erschien die "Ärzte Zeitung" in der DDR als Sonderausgabe, nach der Wiedervereinigung kam sie in den neuen Bundesländern zunächst als Wochenzeitung heraus, bis die Tageszeitung schließlich "gesamtdeutsch" wurde. Auch ein starker Ausbau des Medienangebots rund um die "Ärzte Zeitung" fand unter seiner Regie statt: Es entstanden zum Beispiel der "Klinikreport", "Forschung & Praxis", das Computermagazin "ArztOnline", die "WirtschaftsTipps" sowie der Internet-Auftritt 1995 - mit einer Million Seitenaufrufen (Pageimpressions) pro Monat schon 2002. Nach einem gründlichen Redesign 2001 gewann die Zeitung gleich zwei Awards of Excellence im Rahmen des European Newspaper Award für vorbildliches Zeitungsdesign.

Wesentlich mitverfasst hat Kosaris auch die Publizistischen Leitlinien, in denen sich die Zeitung als das definiert, als was sie sich auch heute versteht: als offenes und plurales Informations- und Meinungsforum für Ärzte und als eine Zeitung, die für eine verantwortliche ärztliche Handlungs- und Therapiefreiheit eintritt.

Vor vier Jahren hat Kosaris die operative Verantwortung abgegeben und den von ihm selbst so bezeichneten Generationswechsel in der Führung des Blattes mit eingeleitet. Seitdem begleitete er die "Ärzte Zeitung" als beratender Herausgeber. Dieses Engagement ist nun, wie seinerzeit vorgesehen, zu Ende gegangen.

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