Ärzte Zeitung online, 02.03.2010
 

Ein Mini-Labor für schnelle Ergebnisse in der Arztpraxis

POTSDAM (eb). Dank Labortests lassen sich viele Krankheiten heute zuverlässig diagnostizieren. Doch es dauert oft lange, bis ein Ergebnis da ist. Ein System der Fraunhofer-Forscher, das selbst komplexe Analysen vor Ort ermöglicht, steht jetzt kurz vor der Marktreife.

Ein Mini-Labor für schnelle Ergebnisse in der Arztpraxis

Im neuen Mini-Labor (Ansicht von oben) sind unterschiedliche Bioanalysen - etwa von Blut oder Speichel - automatisiert machbar. © Fraunhofer IBMT

Zukünftig muss der Patient vielleicht nur noch kurz warten, bevor er den Labor-Befund bekommt. In einem Verbundprojekt haben Forscher aus sieben Fraunhofer-Instituten eine modular aufgebaute Plattform für in-vitro-Diagnostik entwickelt, mit der sich unterschiedliche Bioanalysen - etwa von Blut und Speichel - direkt in der Arztpraxis durchführen lassen. "Dank ihres Baukastenprinzips ist unsere ivD-Plattform so flexibel, dass sie sich für alle möglichen bioanalytischen Fragestellungen eignet", so Dr. Eva Ehrentreich-Förster vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in Potsdam-Golm.

Kernelement des Mini-Labors sind Einweg-Kartuschen aus Kunststoff, die mit unterschiedlichen Sensoren bestückt werden können. Für eine Analyse befüllt der Arzt die Kartusche mit entsprechenden Reagenzien -Bindemitteln, die bestimmte Stoffe wie Antigene im Probenmaterial nachweisen. Je nach Fragestellung stehen ihm außerdem unterschiedliche Nachweisverfahren (Assays) bereit. Der Arzt muss nur die Kartusche mit den entsprechenden Substanzen beladen, der Test läuft dann automatisiert ab. "Wir haben die Assays dabei so optimiert, dass sich in einem einzigen Analyseschritt bis zu 500 Nachweisreaktionen parallel durchführen lassen", so Ehrentreich-Förster. So erhält der Arzt auch bei komplexen Analysen innerhalb von etwa 30 Minuten ein Ergebnis.

Ehrentreich-Förster hat neben medizinischen Anwendungen noch weitere Märkte im Blick: "Die ivD-Plattform eignet sich auch für die Lebensmittelanalytik oder für Dopingkontrollen." Die Wissenschaftler stellen die ivD-Plattform vom 23. bis zum 26. März auf der Messe Analytica in München vor.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Frauenhofer-Instituts

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