Ärzte Zeitung online, 04.03.2010

Cabrio vorm Haus: Hure bezieht jahrelang Hartz IV

HAGEN (dpa). Ein Luxus-Cabrio direkt vor der Wohnung ließ sie auffliegen: Eine Gelegenheitsprostituierte hat sich mit ihren freiberuflichen Einnahmen und Hartz IV komfortable Verhältnisse geschaffen.

Jetzt fiel die Mutter auf, weil sie ihr neues Auto vor dem Haus geparkt hatte, wie die Polizei im westfälischen Hagen am Mittwoch berichtete. Vier Jahre lang hatte die heute 38-Jährige soziale Unterstützung für sich und ihre zwei Kinder erhalten. Nebenbei ging sie an Wochenenden in verschiedenen Etablissements im Ruhrgebiet anschaffen. Auf diese Weise verdiente sie monatlich mehrere tausend Euro.

Das Jobcenter bemerkte jahrelang nichts, bis Prüfer der Sozialbehörde das Cabrio vor dem Haus sahen. Bei einer Nachfrage gab die Alleinerziehende an, dass sie das Fahrzeug zu einem Schnäppchenpreis ergattert habe - für 48 000 Euro statt 56 000. Sie habe es mit einer Anzahlung von 7000 Euro und Leasingvertrag finanziert.

Da sie Hartz-IV-Betrug vermuteten durchsuchten Polizei und Prüfer das Haus und stießen auf die spezielle Arbeitskleidung der Frau. Da eine genauere Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist, darf die Frau vorerst weiter mit ihrem Auto fahren. Wie es mit einem Strafverfahren, Hartz-IV-Rückzahlungen oder Steuernachzahlungen aussieht, blieb zunächst unklar.

Topics
Schlagworte
Panorama (30926)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tumorpatienten bei Schmerztherapie unterversorgt

Viele Krebskranke erhalten keine adäquate Schmerztherapie. Das hat eine erste Analyse der Online-Befragung "PraxisUmfrage Tumorschmerz" ergeben. mehr »

ADHS-Arznei lindert Apathie bei Alzheimer

Eine Therapie mit Methylphenidat kann die Apathie bei Männern mit leichter Alzheimerdemenz deutlich zurückdrängen. mehr »

Zehn Jahre "jünger" durch Sport

Wer Sport treibt, ist motorisch gesehen im Schnitt zehn Jahre jünger als ein Bewegungsmuffel. mehr »