Ärzte Zeitung online, 04.03.2010

Wissenschaftler forschen an Medikament gegen Tropenkrankheit Bilharziose

HALLE-WITTENBERG (eb). Ein internationales Forschungsteam arbeitet gemeinsam an der Entwicklung von neuen Arzneistoffen für die Therapie der Tropenkrankheit Bilharziose, die durch den Pärchenegel hervorgerufen wird.

Wissenschaftler forschen an Medikament gegen Tropenkrankheit Bilharziose

Beispiel für Molekülstrukturen, an die Arzneistoffe binden können. © Abteilung Medizinische Chemie

"Die Idee ist, auf der Basis von epigenetischen Regulationsmechanismen des Pärchenegels biologisch wirksame Verbindungen zu entwickeln, die gezielt den Parasiten abtöten können", erklärt Professor Wolfgang Sippl von der Uni Halle-Wittenberg. Ziel der Wissenschaftler aus den Biowissenschaften und der Wirkstoffforschung ist es, neuartige Angriffskonzepte im parasitären Lebenszyklus zu analysieren und gezielt Arzneistoffkandidaten zu entwickeln.

In dem Projekt sollen chemische und computerbasierte Verfahren mit biologischen Prozessen kombiniert werden, um neuartige Wirkstoffe für die Therapie der Bilharziose zu entwickeln. Die Arbeitsgruppe Medizinische Chemie forscht besonders zu Anwendungen von computerbasierten Verfahren für die gezielte Suche nach chemischen Leitstrukturen für die Wirkstofftestung.

Weltweit sind mehr als 200 Millionen Menschen mit den Parasiten infiziert, was jährlich zu 280 000 Todesfällen führt.

Die Europäische Union fördert das Forschungsprojekt, an dem Parasitologen, Strukturbiologen und Wirkstoffforscher aus drei europäischen Staaten und Brasilien beteiligt sind, mit insgesamt 3,3 Millionen Euro.

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