Ärzte Zeitung online, 05.03.2010

Schwangere Französinnen fühlen sich diskriminiert

PARIS (dpa). Schwangere Französinnen klagen häufiger über Diskriminierung am Arbeitsplatz. Im vergangenen Jahr hätten sich 250 Frauen an die Antidiskriminierungsstelle der Regierung gewandt, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht.

Das seien doppelt so viele wie im Jahr zuvor. "Manche Arbeitgeber lassen Frauen nach ihrer Rückkehr aus dem Mutterschutz auflaufen", sagte Sylvie Kern, Mitarbeiterin der Stelle, der Zeitung "Le Parisien". Sie würden bei Beförderungen nicht berücksichtigt oder bekämen Zeitverträge nicht verlängert. Die Antidiskriminierungsstelle will nun eine Kampagne starten, um Schwangere auf ihre Rechte aufmerksam zu machen.

Insgesamt stieg die Zahl der Beschwerden wegen Diskriminierung 2009 im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Fünftel auf etwa 10 500. "Das bedeutet aber nicht, dass es mehr Diskriminierungen gibt, sondern dass die Toleranzschwelle gesunken ist", sagte der Vorsitzende Louis Schweitzer. Häufigster Grund für Diskriminierungen mit knapp 30 Prozent: die Herkunft. Es folgen Behinderung oder Gesundheitszustand. Die Religionszugehörigkeit macht bei den gemeldeten Fällen drei Prozent aus.

Topics
Schlagworte
Panorama (33261)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »

Musiktherapie tut Krebskranken gut – zumindest kurzfristig

Ein Bericht für das IQWiG bescheinigt der Musiktherapie kurzfristigen Nutzen im Vergleich zur Routineversorgung bei Angst, Depression und Stress. Zur Bewertung von Langfrist-Effekten fehlen aber Daten. mehr »