Ärzte Zeitung online, 08.03.2010
 

41 Tote bei starkem Erdbeben in Ost-Türkei

ISTANBUL (dpa). Ein starkes Erdbeben hat am Montag im Osten der Türkei 41 Menschen getötet. Die Erdstöße brachten am frühen Morgen in mehreren Dörfern der Provinz Elazig Wohnhäuser zum Einsturz.

Mindestens 100 Menschen seien verletzt worden, berichteten türkische Fernsehsender. Rettungsmannschaften und Helfer suchten am Vormittag in den Trümmern nach Opfer des Bebens, das nach Angaben von Wissenschaftlern in Istanbul die Stärke 6 erreichte. Unter den Toten waren auch mehrere Kinder.

Viele Menschen waren bei den ersten Erdstößen gegen 04.42 Uhr in Panik aus ihren Häusern gerannt. Aus Angst vor weiteren Beben verbrachten sie den Rest der Nacht im Freien. Der türkische Rote Halbmond richtete ein Krisenzentrum ein. Die Bewohner zerstörter Häuser sollen zunächst in Containern untergebracht werden.

In mehreren Dörfern um die Ortschaft Karakocan wurden vor allem ältere, aus Lehm und Steinen gebaute Wohnhäuser zerstört. Minarette stürzten ein. Fernsehbilder zeigten Trümmerhaufen und umgestürzte Wände, die unter den Dächern zusammengefallen waren. "An den aus Zement gebauten Häusern gibt es nur geringe Schäden", sagte der Provinzgouverneur Muammer Erol. Auch der Wissenschafter Mustafa Erdik von der Istanbuler Erdbebenwarte Kandilli sagte: "Dieses Erdbeben war wirklich schwer."

Das Epizentrum des Bebens lag bei der Stadt Karakocan. In dem Gebiet, in dem die nordanatolische und die ostanatolische Störungszone verläuft, wurden noch 27 Nachbeben registriert. Die Türkei liegt in einer erdbebengefährdeten Zone und wird regelmäßig von Erdstößen erschüttert, weil dort die Kontinentalplatten Afrikas und Eurasiens kollidieren. Bei den schwersten Beben der vergangenen Jahre kamen 1999 im Nordwesten der Türkei mindestens 18 000 Menschen ums Leben.

Topics
Schlagworte
Panorama (31098)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »

Inhalatives Steroid bei Kindern – Keine falsche Zurückhaltung!

Die Angst vor Frakturen sollte bei asthmakranken Kindern kein Grund gegen die Kortisoninhalation sein. Zurückhaltung könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben. mehr »

Ibuprofen plus Paracetamol so effektiv wie Opioide

Es müssen keine Opioide sein: OTC-Analgetika wirken bei Schmerzen in den Gliedmaßen ähnlich gut wie Opioide, so eine US-Studie. mehr »