Ärzte Zeitung online, 10.03.2010

Forscher: Pädophile und Kinderschänder nicht gleichsetzen

LEIPZIG/BERLIN (dpa). Der Leiter des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Berliner Charité, Klaus Beier, hat davor gewarnt, Kinderschänder und Pädophile gleichzusetzen.

Der "Leipziger Volkszeitung" (Mittwoch) sagte er vor dem Hintergrund der zahlreichen Missbrauchsfälle, man könne davon ausgehen, dass mehr als die Hälfte der Täter keine pädophile Neigung aufweise. Ihnen gelinge vielmehr die Realisierung ihrer sexuellen Wünsche mit Erwachsenen nicht.

Beier forderte ein bundesweites Netz an Ansprechstellen für Pädophile, um eventuellem Kindesmissbrauch vorzubeugen. Gleichzeitig trat er für harte Sanktionen ein. Wer sich Verfehlungen leiste, den müsse die volle Härte des Gesetzes treffen.

Seine Einrichtung hatte 2005 als weltweit erste ein Hilfs-Projekt für Pädophile ins Leben gerufen. Die Gesellschaft müsse in dieser Frage umdenken. "Und zwar nur gegenüber der Neigung. Nicht gegenüber dem Verhalten", sagte Beier.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »