Ärzte Zeitung online, 16.03.2010

Gunther von Hagens will plastiniert werden

NEUNKIRCHEN (dpa). Plastinator Gunther von Hagens (65) will nach seinem Tod selbst konserviert werden. Die Entscheidung über die "geeignete Pose" überlasse er denen, die ihn überlebten, teilte von Hagens der dpa mit. Sein Sohn habe vorgeschlagen, dass er "in Scheiben geschnitten in der ganzen Welt verteilt werde".

"Mir gefällt dieser Gedanke", meinte der Mediziner. An diesem Freitag (19. März) startet im saarländischen Zoo Neunkirchen von Hagens erste reine Tier-"Körperwelten"-Schau.

Seiner Frau Angelina Whalley schwebe vor, dass er bei der "Körperwelten"-Ausstellung als Plastinat am Eingang stehend die Besucher in Begrüßungspose empfange. "Jede Entscheidung meiner Nachkommen ist mir Recht, solange ich möglichst vollständig plastiniert werde", erläuterte von Hagens.

Die Plastination ist ein spezielles Verfahren zur Konservierung von Tierkadavern und Menschenleichen: Fette und Flüssigkeiten werden entzogen und durch Kunststoff ersetzt. Die Ausstellung solcher Plastinate ist umstritten. Auf Wunsch plastiniert von Hagens auch tote Haustiere - mittels Scheibenplastination. Der Besitzer kann eine Scheibe seines Haustieres wie ein Bild an die Wand hängen.

Über ethische Grenzen seiner Arbeit erklärte von Hagens: "Meine Grenzen sind die, dass ich niemals ein Plastinat entmenschliche. Ich werde niemals eine Urinblase nehmen und Gänseblümchen reinstellen, ein Gehirn in einen Blumenkohl oder einen Magen in eine Karnevalsmaske umwandeln."

www.koerperweltendertiere.de

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