Ärzte Zeitung online, 22.03.2010

Tarifverhandlungen: Ärzte treten in eintägigen Warnstreik

BERLIN (dpa). In Köln werden heute (Montag) die Tarifverhandlungen für die 55 000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern fortgesetzt. Parallel dazu wollen die Mediziner mit einem eintägigen Warnstreik und einer Kundgebung in Köln ihre Gehaltsforderungen unterstreichen.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund verlangt fünf Prozent mehr Gehalt für die Ärzte. "Daneben gibt es das sehr wichtige Problem einer völlig hoffnungslosen Unterbezahlung der Bereitschaftsdienste", sagte der Vorsitzende Rudolf Henke der dpa.

Die Ärzte wollen auf der zentralen Kundgebung auch für bessere Arbeitsbedingungen demonstrieren. Die Ärztegewerkschaft kündigte an, dass während der Streikzeit von 5 bis 17 Uhr die Notfallversorgung der Patienten gewährleistet sei.

Die Arbeitgeberseite wies die Forderungen mit dem Hinweis zurück, die deutschen Ärzte verdienten ohnehin schon Spitzengehälter im europäischen Vergleich. Auch bei den Bereitschaftsdiensten sei in den vergangenen Jahren viel getan worden. "Wir haben Gehaltsanpassungen gerade dieser Bereitschaftsdienstvergütung vorgenommen", sagte der Verhandlungsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Joachim Finkenburg, der dpa. In einer Mitteilung forderte er die Gewerkschaften zum Einlenken auf: "Nach drei Verhandlungsrunden ist es an der Zeit, einen Kompromiss zu suchen und nicht wieder unerfüllbare Forderungen zu propagieren."

Der Vorsitzende der Ärzteorganisation Hartmannbund, Kuno Winn, forderte bessere Arbeitsbedingungen für Mediziner. "Es nützt nichts, auf der einen Seite über fehlende Ärzte an den Häusern zu lamentieren und sich auf der anderen Seite den dringend notwendigen Verbesserungen im Arbeitsalltag der Ärzte zu verweigern", hieß es in einer Mitteilung. Winn beklagte Arbeitsüberlastung, Unterbezahlung von Bereitschaftsdiensten und Ungleichbehandlung von Teilzeitkräften. Diese Bedingungen seien nicht geeignet, die Attraktivität des Arztberufes zu steigern.

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