Ärzte Zeitung online, 22.03.2010
 

Entschlüsselung von Hirnaktivität zeigt aktive Gedächtnisspuren beim Merken

MAGDEBURG/LONDON (eb). Wissenschaftler der Universität Magdeburg und der Universität London haben jetzt das Arbeitsgedächtnis erforscht. Sie konnten mittels Magnetenzephalografie zeigen, dass Informationen beim Behalten im Arbeitsgedächtnis periodisch abgespielt werden.

Die Arbeitsgruppe um Professor Emrah Düzel hat Hirnaktivität aufgezeichnet, während Probanden versucht haben, die Details von Bildern, auf denen Szenen abgebildet waren, im Arbeitsgedächtnis zu halten. Die Hirnaktivitätsmessungen wurden mit Hilfe der Magnetenzephalografie durchgeführt. Die Wissenschaftler haben dann mit Hilfe von mathematischen Algorithmen entschlüsselt, welche Informationen in der Hirnaktivität repräsentiert wurden. Sie konnten so decodieren, dass Informationen über die Bilder kontinuierlich und periodisch abgespielt werden, während Probanden versuchen, diese im Arbeitsgedächtnis zu halten (Current Biology 2010, online vorab).

Das periodische Abspielen wurde durch neuronale Rhythmen (Thetarhythmen) koordiniert. Je besser diese rhythmische Koordinierung gelang, desto genauer war die Arbeitsgedächtnisleistung der Probanden.

Diese Daten zeigen zum ersten Mal, wie Informationen im Gedächtnis in einem aktiven Zustand gehalten werden. Für die Gedächtnisforschung stellt die Fähigkeit, den Inhalt von Hirnaktivität mit hoher zeitlicher Genauigkeit zu entschlüsseln, einen technischen Durchbruch dar, der etwa dazu genutzt werden kann, die genauen Ursachen von Gedächtnisstörungen besser zu verstehen.

Zum Abstract der Originalstudie: "Theta-Coupled Periodic Replay in Working Memory"

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