Ärzte Zeitung online, 23.03.2010

Gegen Kurzsichtigkeit: Blick schweifen lassen

HAMBURG (dpa). Wer nicht kurzsichtig werden will, sollte seinen Blick öfters mal in die Ferne schweifen lassen. Die fehlende Abwechslung etwa vor einem Computerbildschirm führt zu mehr Kurzsichtigen. Allein in den USA sei der Anteil Kurzsichtiger an der Gesamtbevölkerung von 25 Prozent in den 1970er Jahren auf 42 Prozent gestiegen

Das berichtet die Zeitschrift "Geo" in ihrer April-Ausgabe unter Berufung auf den US-Forscher Dr. Donald Mutti von der Ohio State Universität. Der Wissenschaftler hatte in seiner Studie herausgefunden, dass es auch wegen der Augen wichtig ist, viel Zeit in der freien Natur zu verbringen (Optometry & Vision Science 2010, online). Zu ähnlichen Ergebnissen war in der Vergangenheit bereits das National Eye Institute, das US-amerikanische Nationale Augeninstitut, gelangt.

Bislang war die Forschung davon ausgegangen, dass unter anderem Gene für die Kurzsichtigkeit ausschlaggebend sind. Auch australische Forscher hatten vergangenes Jahr berichtet, Eltern sollten ihre Kinder täglich für mehrere Stunden ins Freie schicken, um das Risiko einer Sehschwäche zu vermindern. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft geht davon aus, dass aktuell rund 35 Prozent der Deutschen kurzsichtig sind - mit steigender Tendenz.

Zum Abstract der Originalpublikation von Mutti: "Hereditary and Environmental Contributions to Emmetropization and Myopia"

Zum Abstract der Originalpublikation des National Eye Institute: "Myopia Increasing in the U.S. Population"

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