Ärzte Zeitung online, 25.03.2010

Frau will sich tothungern - Debatte in Neuseeland

WELLINGTON (dpa). Eine seit 20 Jahren schwer kranke Frau will sich in Neuseeland zu Tode hungern. Der Fall hat eine öffentliche Debatte ausgelöst. Der Ehemann, der sich vor zwölf Jahren von seiner Frau trennte, verlangt eine Zwangsernährung. Aber das Heim weist dies zurück.

Drei Psychiater hätten bestätigt, dass die 60-Jährige in Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sei, sagte am Mittwoch der Leiter, Ralph La Salle. Die Ärzte könnten nicht gegen ihren Willen einschreiten. Die Frau verweigerte seit elf Tagen Nahrung und Wasser.

Margaret Page erlitt vor 20 Jahren eine Gehirnblutung. Sie braucht einen Rollstuhl und kann kaum sprechen. Sie beantwortet Fragen aber mit "Ja" und "Nein". In einem Interview mit der Zeitung "The Dominion Post" machte sie deutlich, dass sie nicht mehr leben will. Ihr Ex-Mann glaubt dagegen, dass Page im Hungerstreik ist. Sie sei deprimiert, weil sie lange - aber vergebens - um einen besonderen Sitz für ihren Rollstuhl gekämpft habe.

Nach Angaben von Experten muss das Heim den Wunsch der Patientin respektieren. "Wenn ein Patient geistig fit ist, hat er das Recht zu entscheiden, wie er behandelt wird", sagte die Vorsitzende im Ethik-Ausschuss des Ärzteverbandes, Dr. Tricia Briscoe, der Zeitung "New Zealand Herald". Andere Experten verwiesen darauf, dass jeder Mensch das Recht habe, Nahrung zu verweigern. Es sei nicht illegal, Selbstmord zu begehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

Weg frei für GroKo-Gespräche und Nachverhandlungen

Es war eine Zitterpartie: Weniger als 60 Prozent der SPD-Delegierten auf dem Parteitag stimmten Gesprächen zur Bildung einer große Koalition zu. Nun soll weiterverhandelt werden – auch in Sachen Gesundheit. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »