Ärzte Zeitung online, 26.03.2010

Übergrößen-Models steigern nicht das Selbstwertgefühl von Verbraucherinnen

KÖLN (eb). Eine Gruppe internationaler Wissenschaftler hat herausgefunden, dass Werbung mit molligen Models bei Verbraucherinnen nicht unbedingt erfolgversprechender ist. Das Selbstwertgefühl ist höher, wenn dünne Models werben.

"Unsere Forschung zeigt, dass sich Personen spontan mit den Models vergleichen, die Ihnen aus der Werbung entgegen lachen. Diese sozialen Vergleiche beeinflussen, wie wir uns selbst sehen und uns verhalten", sagt der an der Studie mitwirkende Professor, Thomas Mussweiler, Leiter des Lehrstuhls für Sozialpsychologie der Uni Köln.

Für die Studie haben die Wissenschaftler Probandinnen mit unterschiedlichem Gewicht Bilder von Models gezeigt, die entweder extrem dünn, moderat dünn, moderat mollig oder extrem mollig waren. Normalgewichtige Frauen zeigten ein höheres Selbstwertgefühl, wenn auf den Bildern moderat dünne Models anstelle von moderat molligen Models abgelichtet waren. Molligere Probandinnen hatten hingegen ein niedriges Selbstwertgefühl, unabhängig davon, welches Bild sie gezeigt bekamen. Auch extrem mollige Models steigerten das Selbstwertgefühl hier nicht (Journal of Consumer Research 36, 2010, 930).

Ein anderes Experiment der Studie zeigt, dass normalgewichtige Menschen nach dem Betrachten von Werbeanzeigen weniger (im Experiment) Kekse essen, wenn sie extrem dünne Models in der Werbung sehen, als wenn extrem mollige Models in der Werbung auftauchen.

Zu diesen Ergebnissen kamen Wissenschaftler der Universität Köln, der Arizona State Universität und der Erasmus-Universität in Rotterdam.

Zum Abstract der Originalstudie: "The Effects of Thin and Heavy Media Images on Overweight and Underweight Consumers: Social Comparison Processes and Behavioral Implications"

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