Ärzte Zeitung online, 26.03.2010

Russland verbietet Hitlers "Mein Kampf"

MOSKAU (dpa). Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf" wird 65 Jahre nach dem Selbstmord des Nazi-Diktators nun auch in Russland als "extremistisch" eingestuft und verboten. Das Werk enthalte Ideen, die den Mord und die Diskriminierung von Rassen propagierten, begründete der Generalstaatsanwalt in Moskau am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax die Entscheidung.

Russische Medien kritisierten, das Verbot komme 84 Jahre zu spät - Hitler hatte "Mein Kampf" Mitte der 1920er Jahre geschrieben. Darin forderte er "Lebensraum" für Deutschland auf Kosten der Sowjetunion und bezeichnete Slawen als "Untermenschen".

Bürgerrechtler beklagen seit Langem eine hohe Zahl rechtsradikaler Übergriffe in Russland. Allein im vergangenen Jahr wurden 74 Menschen aus Rassenhass getötet.

Der Historiker Jan Ratschinski von der Organisation Memorial, die den Sowjetterror aufarbeitet, verglich "Mein Kampf" mit den Werken des russischen Revolutionsführers Lenin und von Sowjetdiktator Josef Stalin. Beide hätten in ihren Schriften zu Massenterror aufgerufen, sagte er. In Deutschland ist die Verbreitung von "Mein Kampf" bereits seit Jahrzehnten verboten.

Topics
Schlagworte
Panorama (30933)
Recht (12172)
Organisationen
Interfax (67)
Personen
Adolf Hitler (42)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »