Ärzte Zeitung online, 29.03.2010

Dänische Regierung gegen Weichmacher in Dildos

KOPENHAGEN (dpa). Dänemarks Regierung will gegen gesundheitsschädliche Chemikalien in Dildos und anderem Sex-Spielzeug aus Plastik vorgehen. Wie Umweltministerin Karin Ellemann in einer Stellungnahme vor dem Parlament ankündigte, bereiten die Behörden in Kopenhagen Vorschläge für ein EU-Verbot von Phthalaten (Weichmachern) und anderen chemischen Stoffen vor.

Sie sagte, diese Stoffe könnten durch Störungen des Hormonhaushaltes die Samenqualität bei Männern vermindern, zu Missbildungen an den Geschlechtsorganen männlicher Nachkommen führen und bei Mädchen den Beginn der Pubertät beschleunigen.

Unter anderem der Verband "Sex&Gesellschaft" hatte seit mehreren Jahren ein Einschreiten der Behörden gegen die vor allem bei Sexspielzeug aus Asien häufig verwandten Weichmacher gefordert.  Phtalate haben über viele Jahre Schlagzeile als mögliche Krebserreger in Kinderspielzeug gemacht und sind dafür teilweise verboten.

Dänemarks Umweltamt rät auf seiner Internetseite "Grüne Tipps" allen Schwangeren und Stillenden vom Gebrauch von Dildos ab. Weiter heißt es, generell sei die Anwendung von Kondomen über diesen Instrumenten zu empfehlen. Bei "normalem Gebrauch" (einmal pro Woche) bestehe keine gesundheitliche Gefahr. Allerdings sei vor allem für Schwangere und Stillende für bestimmte Dildo-Produkte bei der Anwendung von täglich einer Stunde oder mehr ein gesundheitliches Risiko anzunehmen.

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