Ärzte Zeitung online, 29.03.2010

Mainz will Strafe bei Werbung für Suizid-Hilfe

MAINZ (dpa). Werbung für Suizid-Hilfe sollte nach dem Willen der rheinland-pfälzischen Landesregierung in Deutschland unter Strafe gestellt werden. "Wir haben eine entsprechende Bundesratsinitiative gestartet", sagte Landesjustizminister Heinz Georg Bamberger (SPD) der dpa in Mainz.

Demnach sollen Verantwortliche von Organisationen, die damit werben, bei Selbstmorden zu helfen, zu Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren verurteilt werden. Im Falle eines Selbstmordes oder Selbstmordversuchs sollen bis zu drei Jahre Haft möglich sein.

"Menschen, die sich umbringen wollen, sind oft psychisch schwach und in Krisensituationen und können eine solche Werbung nicht kühl betrachten", erklärte Bamberger. Die Werbung könne dazu führen, "dass sich jemand selbst umbringt, der es sonst vielleicht dann doch nicht getan hätte".

Bereits 2008 hatte sich der Bundesrat mit dem Thema befasst, aber keine mehrheitliche Einigung erzielt. Die Gesetzesinitiative von Rheinland-Pfalz soll nun im Mai behandelt werden.

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