Ärzte Zeitung online, 30.03.2010

Wiederaufbaukonferenz soll Haiti mit Milliarden fördern

NEW YORK (dpa). Jedes zweite Land der Welt wird zu der ersten Wiederaufbaukonferenz für das erdbebenzerstörte Haiti in New York erwartet. Die Vereinten Nationen und die USA erhoffen sich von der gemeinsam einberufenen Konferenz an diesem Mittwoch Spenden in Höhe von 2,8 Milliarden Euro (3,8 Milliarden Dollar) für die kommenden 18 Monate.

Langfristig dürfte der Bau neuer Schulen, Krankenhäuser, Regierungs- und Verwaltungsgebäude, Maßnahmen im Gesundheits- und Bildungswesen sowie in Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie bis zu 11 Milliarden Dollar erfordern, sagte die Administratorin des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Helen Clark, in New York.

Das verheerende Beben am 12. Januar hatte weite Teile der Hauptstadt Port-au-Prince und des Karibikstaates dem Boden gleichgemacht und mehr als 220 000 Todesopfer gekostet. Schon vor der jüngsten Katastrophe war Haiti seit Jahren das ärmste Land der westlichen Hemisphäre.

Die Veranstaltung am UN-Hauptsitz wird von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Außenministerin Hillary Clinton geleitet. Am Vorsitz sind weiterhin Brasilien, Kanada, die EU, Frankreich und Spanien beteiligt. Auch Weltbank-Präsident Robert Zoellick, der Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, und der Präsident der Interamerikanischen Entwicklungsbank, Luis Alberto Moreno, haben ihr Kommen zugesagt.

Das katholische Hilfswerk Misereor forderte mit Blick auf die Konferenz eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung Haitis am Wiederaufbau. Der Wiederaufbauplan für das Treffen in New York sei lediglich von ausländischen Experten und Vertretern der haitianischen Regierung erarbeitet worden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Rätselhafter Demenz-Rückgang

Eine US-Studie deutet erneut auf eine fallende Demenz-Inzidenz, und zwar besonders in Geburtsjahrgängen ab 1925. Wisssenschaftliche Erklärungen für die Beobachtung fallen schwer. mehr »

Immuntherapie gewinnt an Stellenwert in der MS-Therapie

Die Therapieoptionen bei Multipler Sklerose (MS) haben sich erweitert. Neue Substanzen werden daher auch in die aktualisierten Leitlinien Einzug halten. mehr »

Polarisierung – Chance für das Parlament

Gesundheitspolitik in Zeiten der großen Koalition – das stand für die fehlende Konkurrenz der Ideen. Der Souverän hat die Polarisierung gewollt. Das ist eine Chance für die Demokratie. mehr »