Ärzte Zeitung online, 23.04.2010

Popstar Tarkan wird wegen Drogenbesitzes angeklagt

ISTANBUL (dpa). Dem international bekannten Popstar Tarkan drohen in der Türkei bis zu zwei Jahre Haft wegen Drogenbesitzes. Die Anklage gegen den in Deutschland geborenen Sänger und 16 weitere Verdächtige in dem Fall sei von der Staatsanwaltschaft in Istanbul fertiggestellt worden, berichteten türkische Medien am Freitag weiter.

Allerdings könne der Sänger eine mögliche Haftstrafe wegen Drogenmissbrauches und Besitz von Rauschgift erlassen werden, wenn er eine Entzugstherapie mache und sich an Auflagen halte. Für andere Beschuldigte fordert der Ankläger bis zu 23 Jahren Haft, weil sie auch mit Drogen gehandelt haben sollen.

Tarkan, dessen bekanntester Song "Simarik" ("Kiss, Kiss") mit einem World Music Award ausgezeichnet wurde, war im Februar in Istanbul festgenommen worden. Die Polizei soll Kokain sichergestellt haben. Auf seine Spur waren die Fahnder bei der Überwachung von Drogenhändlern gekommen. Mit dem Musiker wurde ein Geschäftsmann mit seinen Söhnen und ein früherer Abgeordneter des Parlaments festgenommen.

Tarkan, der seinen Familiennamen Tevetoglu als Sänger nicht benutzt, wurde in Alzey in Rheinland-Pfalz geboren. Er verbrachte seine Jugend in Deutschland und in der Türkei. Er hat nach Schätzungen türkischer Medien etwa 19 Millionen Platten verkauft.

Über die Türkei verläuft eine der Hauptrouten für den Drogenschmuggel nach Europa. Die türkische Polizei stellt immer mehr Rauschgift sicher. Im vergangenen Jahr wurden bei Einsätzen insgesamt 12,2 Tonnen Heroin gefunden, nach 10,3 Tonnen im Jahr 2008. Die Polizei fand 2009 auch 25,8 Tonnen Marihuana (Vorjahr 20,6 Tonnen).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Rettungsgasse blockieren kostet 320 Euro

Länderkammer verschärft die Bußgeldhöhe, wenn Rettungsgassen nicht beachtet werden. mehr »

Palliativmedizin erfordert Zusatzqualifikation

Die Debatte um die Verpflichtung von Hausärzten zur Zusatzausbildung in Palliativmedizin schlägt hohe Wellen. In der KBV-Vertreterversammlung am Freitag wurde KBV-Vize Hofmeister nun grundsätzlich. mehr »