Ärzte Zeitung online, 23.04.2010

WWF: Öl im Meer tötet still und langsam

BERLIN/WASHINGTON (dpa). Nach dem Untergang einer brennenden Ölplattform im Golf von Mexiko befürchtet die Umweltschutzorganisation WWF eine Naturkatastrophe. "Das Öl muss möglichst schnell gesammelt werden, weil es sonst immense Schäden anrichten kann", sagte Stephan Lutter, WWF-Experte für Meeresschutz, am Freitag.

"Einmal im Meer, tötet Öl still und langsam." Es dauere meist viele Jahre, bis Öl in der Natur abgebaut werde. "Trifft es beispielsweise auf Lagunen oder Salzwiesen an den Küsten, kann es zehn Jahre dauern, bis sich die Ökosysteme dort wieder erholt haben", sagte Lutter zur dpa. Daher müsse verhindert werden, dass Öl aus der Plattform austrete.

Zwei Tage nach einer Explosion auf der "Deepwater Horizon" war die Plattform am Donnerstag vor der US-Küste gesunken. Behörden befürchteten, dass bis zu 700 000 Gallonen Öl (rund zweieinhalb Millionen Liter) in den Golf gelangen könnten.

"Der Golf von Mexiko ist ein sehr vielfältiges Gebiet", sagte Lutter. Für die zahlreichen Tiere im Meer könne das Öl eine Gefahr werden. "Wenn Fische, Delfine, Wale oder Seekühe mit dem Ölteppich in Kontakt kommen, können sie nicht nur verkleben, sondern das Öl schlucken und durch Vergiftung sterben." Schon geringe Mengen von Öl könnten ein Problem werden, so der Biologe. "Auswirkungen in der Fischerei wird es dann auf alle Fälle geben." So könnten Fische sowie Schalentiere vergiftet und ein Fangverbot für die Region nötig werden.

Lesen Sie dazu auch:
Vor US-Golfküste droht nach Unfall Ölkatastrophe

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