Ärzte Zeitung online, 30.04.2010

Ölpest erreicht die Küstengewässer vor Louisiana

WASHINGTON (dpa). Die Ölpest im Golf von Mexiko hat am frühen Freitagmorgen die Küstengewässer am Mississippi-Delta erreicht. Das genaue Ausmaß einer der größten Umweltkatastrophen in der US-Geschichte ist noch nicht abzusehen. Wo die ersten Ölklumpen an Land gespült werden, kann die Küstenwache erst sagen, wenn es wieder hell ist.

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Öl, wohin man sieht. Die Ölpest im Golf von Mexiko lässt sich nicht aufhalten. © dpa

"Es ist sehr schwierig in der Nacht, vor allem wegen des großen Gebiets, das betroffen sein könnte", sagte ein Sprecher der Behörde der Nachrichtenagentur dpa. Medienberichte, dass das Öl längst an Land gekommen ist, könne er deshalb nicht bestätigen.

An der Küste des US-Bundesstaates Louisiana bereiteten sich die Einsatzkräfte weiter auf das Eintreffen des riesigen Ölteppichs vor. Um die Küsten zu schützen, ist eine große Zahl von Öl-Barrieren ausgelegt worden. Winde hatten das Öl am Donnerstag schneller als zunächst erwartet vor das Wildschutzgebiet Pass-A-Loutre am Mississippi-Delta getrieben.

Auslöser der Ölpest ist der Untergang der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" vor gut einer Woche. Seitdem tritt das Rohöl in 1500 Metern Meerestiefe aus. Nach Schätzungen der US-Behörde für Ozeanographie sind es täglich etwa 700 Tonnen. Wenn es weiter in diesen Mengen sprudelt, dauert es keine zwei Monate, bis das Ausmaß der Exxon- Valdez-Katastrophe von 1989 erreicht ist. Das Tankerunglück gilt als die bisher schlimmste Ölpest in der US-Geschichte.

US-Präsident Barack Obama will an diesem Freitag Heimatschutzministerin Janet Napolitano, Innenminister Ken Salazar und die Chefin der Umweltbehörde (EPA), Lisa Jackson, in das Notstandsgebiet schicken. Sie sollen sich über die getroffenen Maßnahmen informieren und weiter Druck auf BP ausüben.

Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, hatte am Donnerstag den Notstand in seinem Staat ausgerufen. Damit können nun rasch Bundeshilfen fließen.

Hoffnungen, einen Teil des Öls auf dem Meer abbrennen und so unschädlich machen zu können, hatten sich wegen schlechten Wetters und hoher Wellen zerschlagen.

Informationen auf www.deepwaterhorizonresponse.com

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