Ärzte Zeitung online, 09.05.2010

Mindestens elf Tote nach Grubenunglück in Sibirien

MOSKAU (dpa). Bei einem Grubenunglück in Westsibirien sind mindestens 11 Menschen ums Leben gekommen. 41 wurden nach Angaben des russischen Zivilschutzministeriums vom Sonntag verletzt. In dem Bergwerk in der Region Kemerowo sind nach zwei Methangas-Explosionen 84 Menschen eingeschlossen, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax.

Durch die zweite Explosion am Sonntagmorgen ging der Kontakt zu 20 Helfern verloren, die 64 eingeschlossene Kumpel retten wollten.

Die Rettungsarbeiten wurden wegen dichten Rauchs auf unbestimmte Zeit unterbrochen, sagte der Gouverneur der Region Kemerowo, Aman Tulejew, nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass. Erst wenn das Problem beseitigt sei, könne weitergearbeitet werden. Bis dahin sei es für die Rettungsmannschaften zu gefährlich. Die zweite Explosion habe den Hauptbelüftungsschacht zerstört. Über Tage seien einige Menschen verletzt worden. Es bestehe die Gefahr weiterer Explosionen.

Zum Zeitpunkt der ersten Detonation am Samstagabend hätten sich etwa 359 Arbeiter unter Tage aufgehalten, teilte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums am Sonntag nach Angaben der Staatsagentur Ria Nowosti mit.

Kremlchef Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin wiesen die zuständigen Behörden an, alles für die Rettung der Bergleute zu tun. Die Explosion zerstörte über Tage drei Gebäude. Das betroffene "Raspadskaja"-Kohlebergwerk ist das größte seiner Art in Russland. Auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion kommt es wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen immer wieder zu schweren Grubenunglücken mit hohen Opferzahlen.

Kemerowo liegt im berühmten Kusnezker Kohlenbecken - kurz: Kusbass. Die Kohle wird an Betriebe in Russland, der Ukraine und Asien geliefert. In der Region war es zuletzt 2007 zu zwei schweren Bergwerksunglücken gekommen. Im März 2007 starben in einem Nachbarschacht von Nowokusnezk 110 Arbeiter - es war das schwerste Grubenunglück seit Jahrzehnten.

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