Ärzte Zeitung online, 21.05.2010

Umstrittener Sozialunternehmer gibt Treberhilfe auf

BERLIN (dpa). Der umstrittene Berliner Unternehmer Harald Ehlert hat seinen Rückzug aus der Treberhilfe angekündigt. Ehlert wolle seinen 50-prozentigen Anteil an der Gesellschaft zurückgeben, teilte eine Sprecherin am Donnerstag mit. Auch eine Rückkehr in die Geschäftsführung strebe Ehlert nicht an.

Die Treberhilfe, die in der Hauptstadt Straßensozialarbeit leistet und junge Obdachlose betreut, war im Februar durch die "Maserati-Affäre" in negative Schlagzeilen gekommen.

Dem Miteigentümer und entmachteten Geschäftsführer Ehlert wird vorgeworfen, das gemeinnützige Unternehmen wie einen Selbstbedienungsladen geführt zu haben. Er hatte unter anderem einen Maserati als Dienstwagen angeschafft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ehlert wegen des Anfangsverdachts auf Untreue.

Viele der 260 Mitarbeiter haben in den vergangenen Wochen gegen Missstände bei ihrem Arbeitgeber protestiert. Die Finanzbehörden prüfen derzeit, ob der Treberhilfe die Gemeinnützigkeit aberkannt werden muss. Sollte die Organisation den Status der Gemeinnützigkeit verlieren, müsste sie Steuern in Millionenhöhe nachzahlen. Möglicherweise wäre die Insolvenz die Folge.

Die Treberhilfe-Sprecherin sagte, es gebe bereits Interessenten für die Gesellschafter-Anteile von Ehlert. Es bestehe aber keine Eile. Wichtig sei der Erhalt von Arbeitsplätzen.

Unterdessen will das Diakonische Werk mit einer Konkurrenzgesellschaft auf dem Arbeitsfeld der Treberhilfe aktiv werden. Eine neu gegründete Mitgliedsorganisation will in der Jugend- und Wohnungslosenhilfe arbeiten. Die gemeinnützige GmbH trägt den Namen "Neue Chance".

Lesen Sie dazu auch:
Treberhilfe: Berliner Senat schaltet Staatsanwaltschaft ein

Topics
Schlagworte
Panorama (33051)
Organisationen
Maserati (8)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »