Ärzte Zeitung online, 03.06.2010

Nach Bombenexplosion in Göttingen geht Suche nach Ursache weiter

GÖTTINGEN (dpa). Nach dem Tod dreier erfahrener Sprengstoffexperten in Göttingen geht die Suche nach der Ursache für das Unglück am Donnerstag weiter. Der Grund sei noch immer unklar, sagte ein Sprecher der Polizei am späten Mittwochabend. Die Untersuchungen könnten mehrere Tage dauern.

Ein Zehn-Zentner-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am Dienstagabend kurz vor der geplanten Entschärfung detoniert.

Die Explosionsstelle in Göttingen bleibt nach Angaben eines Stadtsprechers auch am Donnerstag in einem Umkreis von 300 Metern abgeriegelt. Die dortigen Schulen sowie Kindertagesstätten sind weiterhin geschlossen.

Bei der Explosion hatte es auch zwei Schwerverletzte im Alter von 46 und 49 Jahren gegeben, die aber außer Lebensgefahr sind. Vier weitere Männer erlitten einen Schock. Die mit einem Säurezünder ausgerüstete Bombe war auf dem Göttinger Schützenplatz in sieben Metern Tiefe entdeckt worden und galt als hochgefährlich. Auf dem Platz soll eine neue Sportarena gebaut werden.

Für die drei Toten im Alter von 38, 52 und 55 Jahren hielten Polizisten eine Mahnwache. Zahlreiche Menschen legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Göttingens Polizeipräsident Robert Kruse sprach von einem "sehr traurigen Tag".

Es wurde eine 25-köpfige Sonderkommission gebildet. Die Staatsanwaltschaft Göttingen leitete ein Vorermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ein. Ein Sprecher sagte, es werde überprüft, ob dem verantwortlichen Kolonnenführer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes ein strafbares Verhalten vorzuwerfen sei.

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