Ärzte Zeitung online, 03.06.2010

Lance Armstrong: Tour-Endspurt mit Fragezeichen

LUXEMBURG (dpa). Hinter Lance Armstrongs Vorbereitungs-Endspurt für die am 3. Juli in Rotterdam beginnende Tour de France stehen viele Fragezeichen. Der 38-jährige Texaner ist durch die massiven Doping-Vorwürfe seines früheren Team-Kollegen Floyd Landis sowie durch Krankheiten und Verletzungen auf mehreren Ebenen angeschlagen.

"Ich würde sagen, es geht zurzeit nicht gerade ruhig zu. Aber niemand braucht mich zu bedauern", sagte der siebenfache Toursieger am Mittwoch nach dem Start der Luxemburg-Rundfahrt, bei der er zum Auftakt Rang fünf beim 2,6-Km-Prolog belegte.

"Ich hoffe, ich werde für die Tour de France bereit sein", sinnierte Armstrong, der vom 12. Juni an die Tour de Suisse als Generalprobe für die Frankreich-Rundfahrt in Angriff nehmen wird. Das Rennen im kleinsten Benelux-Staat, bei dem auch Doping-Kronzeuge Patrik Sinkewitz im italienischen Continental-Team ISD Neri sein Comeback gibt, hatte er vor zwölf Jahren nach der Rückkehr aus seiner Krebs-Therapie gewonnen.

Armstrong, der nach seinem dritten Platz bei der Tour 2009 in Frankreich nach dreieinhalbjähriger Pause Astana verließ und mit RadioShack 2010 neu ins Rennen ging, hat in dieser Saison erst vier kleinere Rundfahrten beendet. Nach Magen- und Darmproblemen im März und April stürzte er zuletzt bei der Kalifornien-Rundfahrt und verletzte sich am Jochbein und Ellenbogen. "Das behindert mich noch ein bisschen, aber es ist okay", erklärte Armstrong, der als Kapitän und Teamchef andere Verantwortlichkeiten als im Vorjahr verspürt.

"Astana war nicht mein Team. Ich bekam kein Gehalt. Alles diente in erster Linie meiner Anti-Krebs-Stiftung 'Livestrong‘. In diesem Jahr ist alles anders. RadioShack ist meine Mannschaft, wir haben es organisiert und für die Finanzierung gesorgt - damit entsteht ein ganz anderer Druck", meinte der umstrittene Seriensieger.

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