Ärzte Zeitung online, 09.06.2010

Imker warnen vor Genmais-Verbreitung durch Bienen

SCHWERIN (dpa). Vor einer Verbreitung von gentechnisch verunreinigten Maispollen durch Bienen hat der Imkerverband Mecklenburg-Vorpommerns gewarnt.

"Die Problematik beim Anbau des verunreinigten Saatgutes besteht darin, dass die Honigbiene den gentragenden Pollen überträgt", sagte Verbandsvorsitzender Wolf-Dieter Feldkamp am Mittwoch in Schwerin. Über die Futterversorgung der Bienenvölker gelange der genveränderte Maispollen auch in den Honig. In sieben Bundesländern ist trotz Anbauverbots mit "Genmais" verunreinigter Mais ausgesät worden.

Das kontaminierte Saatgut wurde nach Greenpeace-Recherchen auf einer Fläche von bis zu 3000 Hektar ausgesät. In Mecklenburg- Vorpommern müssen die Pflanzen auf Anordnung des Agrarministeriums vernichtet werden. Das Vorgehen der Behörden in der Bundesrepublik ist aber bislang nicht einheitlich, wie die Sprecherin des Agrarministeriums in Schwerin, Marion Zinke, sagte. So will Brandenburg seine betroffenen Landwirte nicht zwingen, mit "Genmais" verunreinigten Mais zu vernichten.

Bienen müssten für eine ausreichende Pollenversorgung inzwischen drei bis fünf Kilometer zurücklegen, erklärte Feldkamp. Vor allem nach der Getreideernte im Sommer werde zunehmend Maispollen in den Bienenstock eingetragen und komme auch in den Honig. Bislang sei jedoch nicht festgelegt, ob der so gentechnisch verunreinigte Honig untersucht und gekennzeichnet werden muss. Laut Lebensmittelverordnung hätten Imker aber den Honig mit "Gen-Pollen" entsprechend zu etikettieren, zu ihrem eigenen wirtschaftlichen Nachteil, so Feldkamp.

Schwerins Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat angewiesen, die bestellten Flächen umzupflügen oder die Pflanzen chemisch zu vernichten. Eine Preisgabe der Standorte oder Betriebe lehnte er hingegen ab, da die Landwirte unwissentlich den "Gen-Mais" ausgebracht hätten. Das Saatgut soll etwa 0,1 Prozent genveränderten Mais enthalten, dessen Anbau in der EU verboten ist. In den USA wird Genmais hingegen breit angebaut.

Lesen Sie dazu auch:
Illegaler "Genmais" in fünf Bundesländern

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