Ärzte Zeitung online, 11.06.2010

Akademikerinnen verdienen schon beim Berufseinstieg weniger als Männer

PFORZHEIM (dpa). Männer sind mobiler, Frauen legen mehr Wert auf die Familie als auf ein möglichst hohes Gehalt - das sind zwei mögliche Gründe, die in einer Studie für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung Gründe für die im Schnitt schlechtere Bezahlung von Frauen identifiziert wurden.

Nicht die berufliche Laufbahn sei der Hauptgrund für die unterschiedlichen Einkommen von Frauen und Männern. Selbst bei gleichem Studienabschluss und einem Vollzeitjob beim Berufseinstieg bekämen Frauen ein geringeres Gehalt als ihre männlichen Konkurrenten, fanden die beiden beteiligten Forscherinnen von der Hochschule Pforzheim heraus.

Mehr als 3000 Absolventinnen und Absolventen der Pforzheimer Fakultät Wirtschaft und Recht wurden von 1998 bis 2008 für die Studie befragt. Trotz besserer Noten, häufigerem Auslandsaufenthalt, größerem Engagement in studentischen Organisationen und gleichem Studiengang bekamen weibliche Absolventen ein um durchschnittlich acht Prozent geringeres Einstiegsgehalt als männliche, teilte die Hochschule am Donnerstag mit.

"Im Mittel verdienen die Frauen so schon beim Berufseinstieg pro Jahr rund 3000 Euro weniger als die Männer", stellten die Forscherinnen Professor Kirsten Wüst und Brigitte Burkart fest. Sie fordern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch den Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten sowie eine in die Hochschule integrierte Karriereförderung für Frauen. Damit sollen die geschlechtsspezifischen Gehaltsunterschiede der zukünftigen Absolventen verringert und das Selbstbewusstsein der Frauen gestärkt werden.

Zusammenfassung der Studie

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Pädiater sind alarmiert: Adipositas bei Kindern wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Jetzt setzen sie ihre eigene Agenda und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie. mehr »

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt ältere Menschen nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Dieses überraschende Ergebnis offenbart die ASPREE-Studie. mehr »

Doktor THC und Mister Cannabidiol

Cannabis steht im Verdacht, Psychosen durch den Wirkstoff THC auszulösen. Die Pflanze enthält aber auch antipsychotische Substanzen, die die Hirnfunktion in kritischen Bereichen normalisiert. mehr »