Ärzte Zeitung online, 15.06.2010

Zu wenig Deutsch: Sprachverband für Gebührenboykott

DORTMUND (dpa). Der Verein Deutsche Sprache will mit einem Gebührenboykott die öffentlich-rechtlichen Radiosender dazu bringen, mehr deutschsprachige Musik zu senden. In den meisten Radioprogrammen liege der Anteil deutscher Lieder unter zehn Prozent, teilte der VDS am Montag in Dortmund mit.

Der Vereinsvorstand rief die 33 000 Mitglieder dazu auf, vom 1. September an statt der monatlichen 5,76 Euro Gebühr für den Radioempfang nur noch 4 Euro an die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) zu zahlen. Die GEZ in Köln war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Von den einbehaltenen 1,76 Euro würden die VDS-Mitglieder 76 Cent an die englische Rundfunkanstalt BBC überweisen, hieß es weiter. "Das Geld für die englische Musik soll auch an eine Sprachgemeinschaft gehen, in der Englisch gesprochen wird", erklärte der VDS-Vorsitzende Walter Krämer. Der VDS ist nach eigenen Angaben "ein weltweit tätiger Verband, der für das Ansehen der deutschen Sprache wirbt".

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