Ärzte Zeitung online, 24.06.2010

Mindestens 12 Tote bei Zugunglück in Spanien

BARCELONA (dpa). Bei einem schweren Zugunglück sind in dem spanischen Küstenort Castelldefels südwestlich von Barcelona mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. 17 weitere wurden verletzt, wie der Zivilschutz in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Die Opfer wurden im Bahnhof der katalanischen Ortschaft von einem Schnellzug erfasst, als sie die Gleise überqueren wollten, um an den Strand zu gelangen.

Dort wollten sie nach altem Brauch an einem Johannisfeuer teilnehmen, um die Sommersonnenwende zu feiern, wie es weiter hieß. Der Zustand von drei der Verletzten sei kritisch, teilten die Notdienste mit.

Augenzeugen berichteten, die größtenteils jungen Opfer hätten direkt die Gleise überquert, statt einen Fußgängertunnel oder eine Brücke zu benutzen. Ein Überlebender sagte, die Brücke sei gesperrt und der Tunnel angesichts der Menschenmenge überfüllt gewesen. Die Staatsbahn Renfe wies diese Darstellung nach Rundfunkberichten zurück und sprach von Fahrlässigkeit.

Die Jugendlichen waren kurz vor dem Unglück in einem Nahverkehrszug aus Barcelona in Castelldefels eingetroffen. Auf den Gleisen wurden sie von einem durchfahrenden Schnellzug erfasst, der aus Valencia kam und nach Barcelona fuhr. Dieser kam erst mehrere Hundert Meter nach dem Aufprall zum Stehen.

"Es war brutal. Es hörte sich an als würde jemand Steine zermalmen, dabei waren es Menschen", erzählte der Besitzer des Bahnhof-Ladens wie unter Schock. "Alles war voller Blut und Leichenteile", sagte ein Anwohner. Rund 40 Krankenwagen und Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr eilten zu dem Unglücksort. Noch in der Nacht trafen auch erste Angehörige der Opfer ein. Der Zivilschutz brachte sie in eine Stadthalle der 62 000 Einwohner zählenden Gemeinde. Dort wurden sie von Psychologen betreut.

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