Ärzte Zeitung online, 25.06.2010

Stalins Geburtsstadt reißt Denkmal ab

TIFLIS (dpa). 57 Jahre nach dem Tod des sowjetischen Diktators Josef Stalin hat seine Geburtsstadt Gori in Georgien das zentrale Denkmal des Kommunisten in einer nächtlichen Geheimaktion abgerissen.

Die Demontage der sechs Meter hohen Bronzestatue auf einem neun Meter hohen Podest im Stadtzentrum sei nicht angekündigt worden. Das berichteten georgische Medien am Freitag in Tiflis. Vermutlich wollten die Behörden Proteste von Bürgern verhindern, hieß es. Zudem habe die Polizei unter Anwendung von Gewalt ein Fernsehteam, das den Abriss filmen wollte, an der Arbeit gehindert.

Stalin wird ungeachtet der von ihm befohlenen Morde an Millionen von Menschen von vielen früheren Sowjetbürgern weiter verehrt. In Gori gibt es auch ein Stalin-Museum. Die georgische Führung hatte immer wieder betont, sich wegen des pro-westlichen Kurses des Landes vom sowjetischen Erbe trennen zu wollen. Georgien strebt in die EU und die NATO. Viele Bürger hatten sich aber gegen einen Abriss ausgesprochen mit der Begründung, dass Stalin zur Geschichte des Landes gehöre.

Nach georgischen Medienberichten soll im Stadtzentrum von Gori an der Stelle des Stalin-Denkmals künftig ein Monument an den Einmarsch russischer Truppen im Südkaukasuskrieg 2008 erinnern. Bei dem Blutvergießen hatte Georgien die Kontrolle über seine abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien verloren. Das neue Denkmal soll an die georgischen Kriegsopfer erinnern. Die Stalin-Statue war noch zu Lebzeiten des Sowjetdiktators (1879-1953) errichtet worden.

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