Ärzte Zeitung, 19.07.2010

Kennzeichnung für Gentechnik nicht schärfer

BERLIN (dpa). Die Bundesregierung ist mit ihren Plänen gescheitert, innerhalb der EU Lebensmittel noch deutlicher zu kennzeichnen, die mit Gentechnik in Berührung gekommen sind.

"Wir haben versucht, in Europa eine Positivkennzeichnung durchzusetzen - leider ohne Erfolg", sagte Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) der "Bild am Sonntag". "Das findet weder bei der EU-Kommission noch bei den anderen Mitgliedstaaten Unterstützung."

Die Bundesregierung setze nun auf freiwillige Lösungen wie das "Ohne Gentechnik"-Siegel, das in Deutschland immer mehr Lebensmittelhersteller einsetzten. In der EU gebe es bereits sehr strenge Regeln für die Kennzeichnung von Lebensmitteln, die gentechnisch verändert wurden, sagte am Samstag ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums. "Wir wollten das nochmal verschärfen." So hätte es für die Verbraucher noch mehr Transparenz gegeben.

Bei der angestrebten EU-weiten Kennzeichnung von Lebensmittel-Imitaten wie bei milchfreiem Analog-Käse sei die Bundesregierung aber "auf einem guten Weg", sagte Aigner der Zeitung. Es sei ein Kennzeichnungsvorschlag eingebracht worden, den das Europäische Parlament unterstütze.

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