Ärzte Zeitung, 22.07.2010

Psychologen fordern frühe Hilfe für Risikofamilien

LEIPZIG (dpa). Um Vernachlässigung und Missbrauch von Kleinkindern in Risikofamilien zu verhindern, muss den Eltern so früh wie möglich geholfen werden. Das zeigt das seit einigen Jahren laufende Hausbesuchsprogramm "Pro Kind", das Ärzte der Universität Leipzig wissenschaftlich untersuchen. "Erste Ergebnisse sind ermutigend", berichtet Professor Kai von Klitzing von der Universität Leipzig. Das Programm "Pro Kind" für werdende Mütter in Problemsituationen gibt es in mehreren Bundesländern, etwa in Sachsen, Niedersachsen und Bremen. Sie werden während und nach der Schwangerschaft von Sozialarbeitern oder Hebammen begleitet.

Von Klitzing ist Präsident des Weltkongresses für seelische Gesundheit im frühen Kindesalter in Leipzig. 1400 Experten aus aller Welt haben daran teilgenommen. Ein Themenschwerpunkt beim Kongress war das Problem der Kindesmisshandlung.

Seelische Probleme von Kleinkindern bleiben oft unerkannt. Man gehe davon aus, dass drei bis sechs Prozent der Kinder unter Depressionen leiden, sagte der Kinder-Psychiater dem Radiosender "MDR Info". Auch Krippenerzieher und Tagesmütter, die für viele kleine Kinder zu wichtigen Bezugspersonen werden, sollten daher gute Kenntnisse der Entwicklungspsychologie und der frühen Hilfen haben.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

Spahn kritisiert Stimmungsmache der Ärzte

Die Ärzte sind verärgert über Spahns Versorgungsgesetz. Der Gesundheitsminister stellt gegenüber der "Ärzte Zeitung" irritiert klar: Die KBV hat am Gesetz mitgearbeitet. mehr »

Glücklich und zufrieden mit dem Job

Ärzte und Psychotherapeuten arbeiten gerne in ihrem Beruf und würden ihn wieder ergreifen. Der Ärztemonitor zeigt auch: So viele Ärzte wie nie zuvor sind zufrieden mit der wirtschaftlichen Situation. mehr »