Ärzte Zeitung online, 26.07.2010

Überprüfung aller Großveranstaltungen gefordert

BERLIN (dpa). Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat nach dem Unglück bei der Loveparade gefordert, die Sicherheitskonzepte aller Großveranstaltungen deutschlandweit zu prüfen.

Es könne immer zu einer Massenpanik der Besucher kommen, dies müsse vom Veranstalter einkalkuliert werden, sagte Herrmann am Montag im Deutschlandradio Kultur. Beim Münchner Oktoberfest beispielsweise gebe es für einen solchen Fall ausgereifte Konzepte.

Behörden dürften sich von Veranstaltern niemals mit dem Argument unter Druck setzen lassen, wie bedeutend eine Veranstaltung sei und wie viele Menschen diese anziehe, betonte Herrmann. "Die Sicherheit muss immer Vorrang haben."

Besonders gefährdet seien Veranstaltungen, die nur ein Mal stattfänden, so der Innenminister. Beim Bau von Fußballstadien etwa werde die Sicherheit von vornherein einkalkuliert. Auf einem Gelände, auf dem einmalig eine Veranstaltung stattfinde, könne dies nicht in dieser Perfektion geschehen.

Der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, Wolfgang Bosbach (CDU), hatte am Sonntag erklärt, nach der Klärung des Unglücks müsse es auch um die Frage gehen, ob Veranstaltungen dieser Größenordnung in Zukunft überhaupt noch durchgeführt werden sollten. Der Bundesinnenminister solle dazu im Innenausschuss des Bundestages Bericht erstatten.

Alle Berichte zur Tragödie in Duisburg:
Mi., 18:39 - Loveparade-Veranstalter hat Vorschriften nicht umgesetzt
Mi., 13:50 - Loveparade-Opfer: Die Gefühlswelt wird noch lange gestört sein
Mi., 10:48 - Loveparade: Weiteres Opfer gestorben, Ministerium legt Bericht vor
Di., 19:14 - Loveparade: Mauer des Schweigens wird rissig
Di., 18:12 - Wer beschuldigt wen? Akteure der Loveparade in Duisburg
Di., 16:04 - Wie viele Menschen waren wirklich auf der Loveparade?
Di., 14:49 - Psychotherapeuten richten Hotline ein
Di., 08:52 - Loveparade: 20 Tote, heftige Kritik an Polizei, Sicherheits-TÜV gefordert
Mo., 19:09 - Kölner Polizei übernimmt Ermittlungen zu Loveparade-Tragödie
Mo., 18:11 - Polizei: 1,4 Millionen Besucher unmöglich
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Mo., 15:15 - Nach dem Einsatz in Duisburg: "Ich empfand die Situation als surreal"
Mo., 15:10 - Im Gespräch: Ersticken in der Menschenmasse
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Mo., 12:06 - Duisburg plant Trauerfeier für Todesopfer
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Mo., 09:54 - Überprüfung aller Großveranstaltungen gefordert
So., 14:30 - Loveparade endet im Tunnel des Todes

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