Ärzte Zeitung online, 26.07.2010

Polizei: 1,4 Millionen Besucher unmöglich

DUISBURG (dpa). Die vom Loveparade-Veranstalter am Samstag genannte Teilnehmerzahl von 1,4 Millionen ist aus Sicht der Polizei schon "rechnerisch unmöglich".

So viele Menschen hätten weder mit den bestehenden Verkehrsmitteln in der zur Verfügung stehenden Zeit anreisen können, noch hätten sie auf dem Veranstaltungsgelände überhaupt Platz gefunden, sagte am Montag der Duisburger Polizeisprecher Ramon van der Maat.

Das zeige schon ein Vergleich mit der Sperrung der Autobahn 40 am Wochenende zuvor. Dabei hätten die drei Millionen Besucher über 60 Kilometer eine vier- bis sechsspurige Autobahn dicht gefüllt. Das Duisburger Gelände umfasse dagegen gerade 230 000 Quadratmeter, von denen die Hälfte wegen Bebauung oder Sicherheitsvorkehrungen nicht nutzbar gewesen sei.

Über den ganzen Tag verteilt seien auf dem Veranstaltungsgelände und auf dem Weg dorthin zusammen höchstens 300 000 bis 400 000 Menschen gewesen, sagte der Sprecher. Der Weg zur Bühne sei absichtlich lang gewählt und mit weiteren Bühnen ausgestattet worden, um die Besuchermenge auseinanderzuziehen. Veranstalter zögen die Teilnehmerzahlen von Veranstaltungen gern aus Werbegründen hoch, so der Sprecher.

Alle Berichte zur Tragödie in Duisburg:
Mi., 18:39 - Loveparade-Veranstalter hat Vorschriften nicht umgesetzt
Di., 13:50 - Loveparade-Opfer: Die Gefühlswelt wird noch lange gestört sein
Mi., 10:48 - Loveparade: Weiteres Opfer gestorben, Ministerium legt Bericht vor
Di., 19:14 - Loveparade: Mauer des Schweigens wird rissig
Di., 18:12 - Wer beschuldigt wen? Akteure der Loveparade in Duisburg
Di., 16:04 - Wie viele Menschen waren wirklich auf der Loveparade?
Di., 14:49 - Psychotherapeuten richten Hotline ein
Di., 08:52 - Loveparade: 20 Tote, heftige Kritik an Polizei, Sicherheits-TÜV gefordert
Mo., 19:09 - Kölner Polizei übernimmt Ermittlungen zu Loveparade-Tragödie
Mo., 18:11 - Polizei: 1,4 Millionen Besucher unmöglich
Mo., 17:02 - Zahlen aus Duisburg: 511 Verletzte bei Loveparade, 15 Festnahmen
Mo., 15:15 - Nach dem Einsatz in Duisburg: "Ich empfand die Situation als surreal"
Mo., 15:10 - Im Gespräch: Ersticken in der Menschenmasse
Mo., 13:40 - Staatsanwaltschaft: Niemand mehr in Lebensgefahr
Mo., 12:06 - Duisburg plant Trauerfeier für Todesopfer
Mo., 11:23 - Loveparade-Tragödie: "Profilierungssucht und amateurhafte Organisation"
Mo., 09:54 - Überprüfung aller Großveranstaltungen gefordert
So., 14:30 - Loveparade endet im Tunnel des Todes

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